Teile der Union können sich einen Austritt Griechenlands aus der Euro-Zone  vorstellen. "Die Zeiten, in denen wir Griechenland retten mussten, sind vorbei" sagte der stellvertretende Vorsitzende der Unionsfraktion im Bundestag, Michael Fuchs (CDU), der Rheinischen Post. Für den Fall eines Wahlsiegs der griechischen Linkspartei Syriza sei ein Austritt des Landes aus dem Euro-Raum denkbar.

Anders als vor drei Jahren sei die Währungsunion durch neue Sicherungsmechanismen für einen solchen Fall gerüstet. "Es gibt kein Erpressungspotenzial mehr. Griechenland ist nicht systemrelevant für den Euro", sagte Fuchs. Wenn die Syriza die Reformanstrengungen und Sparmaßnahmen Griechenlands zurückfahre, werde die Troika auch die Kredite für Griechenland zurückfahren müssen, so der Fraktionsvize.

In Griechenland soll es am 25. Januar Neuwahlen geben. Das ist nötig, weil Stavros Dimas auch im dritten Anlauf die erforderliche Mehrheit zur Wahl als Staatspräsident verfehlt hatte. Das griechische Parlament wurde am Vormittag offiziell aufgelöst.

Derzeit liegt die linke Partei Syriza von Alexis Tsipras in Umfragen vorn. Damit könnte Tsipras den amtierenden konservativen Regierungschef Antonis Samaras ablösen. Tsipras will die Sparpolitik beenden und einen Schuldenerlass für Griechenland erreichen.

Auch die CSU ermahnte Griechenland, den harten Reformkurs beizubehalten. Zwar stünde der Ausschluss Griechenlands aus der Eurozone derzeit nicht zur Debatte, sagte die Vorsitzende der CSU-Landesgruppe im Bundestag, Gerda Hasselfeldt. Der griechischen Bevölkerung "und allen, die dort jetzt und künftig politische Verantwortung tragen", müsse aber klar sein, "dass es zum Konsolidierungskurs, zum Kurs der Strukturreformen keine Alternative geben kann". Anders als Fuchs hält Hasselfeldt den Einfluss der griechischen Haushaltskonsolidierung auf den gesamten Euroraum für bedeutend. Der Konsolidierungskurs sei für die Stabilität der Währung in ganz Europa von entscheidender Bedeutung.

Ökonomen nennen möglichen Euro-Austritt verkraftbar

Der Wirtschaftswissenschaftler Hans-Werner Sinn nannte einen Euro-Austritt Griechenlands eine Alternative zu einem weiteren finanziellen Entgegenkommen der internationalen Geldgeber. "Weitere Schuldenschnitte werden immer wieder gewährt werden müssen, außer man entlässt das Land aus dem Euro und erlaubt ihm, durch eine Abwertung wieder wettbewerbsfähig zu werden", sagte der Präsident des Ifo Instituts für Wirtschaftsforschung dem Tagesspiegel

Auch der Ökonom Michael Hüther hält einen Austritt Griechenlands aus der Euro-Zone für ungefährlich. "Ich glaube, die Währungsunion könnte heute einen Austritt Griechenlands verkraften. Die Ansteckungseffekte auf andere Länder wären gering", hatte der Direktor des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln der Welt gesagt.