Der ehemalige chinesische Sicherheitschef Zhou Yongkang ist wegen Korruption festgenommen worden. Zudem wurde er aus der Kommunistischen Partei ausgeschlossen, berichtet die Nachrichtenagentur Xinghua. Dem ehemaligen Mitglied des mächtigen Ständigen Ausschusses des Politbüros wird vorgeworfen, er habe "seine Macht missbraucht, um Verwandten, Geliebten und Freunden zu helfen, große Gewinne mit ihren Geschäften zu machen, was dem Staatsbesitz große Verluste zugefügt hat". Er "tauschte seine Macht gegen Sex und Geld", zitierte die Staatsagentur aus dem Bericht. Außerdem habe Zhou Staatsgeheimnisse verraten. Genauere Angaben zu den Vorwürfen wurden nicht bekannt gegeben.

Zhou ist der ranghöchste Beamte, der sich seit der Machtübernahme der Kommunisten 1949 wegen Korruption verantworten muss. Die Festnahme des 71-Jährigen ging offenbar auf den Beschluss des Politbüros und damit auch auf den neuen Staatschef Xi Jinping zurück. Xi hat den Kampf gegen die Korruption in China zu einem seiner wichtigsten politischen Ziele erklärt. Jedoch wird ihm vorgeworfen, die Kampagne zu nutzen, um sich politischer Gegner zu entledigen. Über den bevorstehenden Parteiausschluss Zhous war bereits spekuliert worden.

Zhou war bis zu seiner Pensionierung im Ständigen Ausschuss des Politbüros für die innere Sicherheit zuständig. Er galt innerhalb der Spitze der kommunistischen Partei als einflussreich.

Früher hatte Zhou als Chef des nationalen Ölkonzerns CNPC an der Spitze der Ölindustrie gestanden und ein umfangreiches Netz von Beziehungen aufgebaut, das sein Familienclan anscheinend nutzte, um ein riesiges Vermögen anzuhäufen. Im Zuge der Ermittlungen sind bereits seine Frau, seine beiden Söhne sowie deren Geschäftsfreunde in Haft genommen worden. Sie sollen illegale Milliardengeschäfte abgewickelt haben.

Im vergangenen Jahr war mit Bo Xilai bereits ein anderer ehemaliger Spitzenfunktionär wegen Korruption zu einer lebenslangen Haftstrafe verurteilt worden.