"Griechenland hat ohne Abstimmung mit der Troika aus Europäischer Union, Internationalem Währungsfonds (IWF) und Europäischer Zentralbank (EZB) seinen Haushalt für 2015 verabschiedet. Bei der Abstimmung votierten 155 Abgeordnete für den Budgetentwurf, 134 Parlamentarier stimmten dagegen. "Es ist ein historischer Moment", sagte Ministerpräsident Antonis Samaras. Die griechische Regierung rechnet mit einem ausgeglichenen Etat und einem Wirtschaftswachstum in Höhe von 2,9 Prozent.    

"Allerdings ist der Haushalt nicht mit den internationalen Geldgebern abgesprochen, die ernste Zweifel an dem Zahlenwerk haben. Die Kontrolleure der EU, des IWF und der EZB gehen von anderen Zahlen aus.

"Sie sehen eine Haushaltslücke von mindestens 2,5 Milliarden Euro. Die Verhandlungen mit Griechenland sind aus diesem Grund festgefahren. Die Regierung in Athen lehnt weitere Sparmaßnahmen aus Sorge vor neuen "Protesten" und "politischer Destabilisierung" ab. Die linke Opposition fordert vorgezogene Parlamentswahlen.

"Es stehen noch 1,8 Milliarden Euro im Rettungsprogramm der Europäer für Athen bereit. Dieses Geld kann voraussichtlich wegen der Verzögerungen nicht mehr dieses Jahr fließen. Die "Verlängerung des griechischen Hilfsprogramms" ist umstritten. Die Troika strebt Agenturmeldungen zufolge eine Extrazeit von sechs Monaten an – die griechische Regierung hingegen wolle nur eine Verlängerung um ein oder zwei Monate. 

"Nach Absicht von Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CD) braucht Griechenland bis zur Erfüllung des aktuellen Hilfsprogramms mehr Zeit. Es wäre nicht das erste Mal, dass die griechische Regierung einen Aufschub benötige, sagte Schäuble vor Beratungen mit seinen Kollegen der Euroländer in Brüssel.