Die USA haben fünf weitere Männer aus dem Militärgefängnis Guantánamo auf Kuba freigelassen. Zwei Tunesier und drei Jemeniten seien mit einer Militärmaschine nach Kasachstan ausgeflogen worden, teilte das US-Verteidigungsministerium mit. Die Männer waren mehr als zehn Jahre lang ohne Anklage in dem Lager inhaftiert. 127 weitere Männer halten die USA noch in Guantánamo Bay gefangen.

Eine US-Arbeitsgruppe hatte die Freilassung der fünf Männer empfohlen, doch konnten sie nicht in ihre Heimatländer zurückgeschickt werden. Nach längeren Verhandlungen mit der Regierung von Kasachstan habe sich das vorwiegend muslimisch geprägte Land zur Aufnahme der Häftlinge bereit erklärt, sagte ein hochrangiger US-Regierungsvertreter. In den kommenden Wochen sei mit der Freilassung weiterer Guantánamo-Häftlinge zu rechnen.

Mit der Ausreise der fünf Männer treibt die US-Regierung ihr Vorhaben voran, das international umstrittene Gefängnis zu schließen. Präsident Barack Obama hatte vor Kurzem sein Versprechen erneuert, alles zu unternehmen, um das Lager bald zu schließen.

Das Gefangenenlager Guantánamo Bay befindet sich auf dem gleichnamigen US-Militärstützpunkt auf Kuba. Dort werden seit den Anschlägen vom 11. September 2001 Terror-Verdächtige aus verschiedenen Staaten ohne Anklage festgehalten. Obama hatte bei seinem Amtsantritt vor sechs Jahren versprochen, das Lager zu schließen. Doch Widerstand von Abgeordneten im US-Kongress hat das Vorhaben massiv ins Stocken gebracht.

In einem CNN-Interview hatte Obama Mitte Dezember gesagt, er werde alles daran setzen, um das Versprechen einzulösen. Guantánamo sei mit den Werten der USA unvereinbar und extrem teuer. Jeder Häftling verursache Kosten in Millionenhöhe. Zudem wiegele die Existenz des Lagers Dschihadisten und Extremisten weltweit auf.