Das US-Militär hat Berichte über einen Abschuss eines jordanischen Kampfjets durch die Terrormiliz "Islamischer Staat" dementiert. "Die Beweise deuten eindeutig darauf hin, dass ISIL das Flugzeug nicht abgeschossen hat, wie die Terrororganisation behauptet", hieß es in einer Erklärung des US-Zentralkommandos.

Unter anderem hatten die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte und eine vom IS geduldete Gruppe namens Rakka Media Center von dem Abschuss durch die Extremisten berichtet. Das jordanische Militär hatte zunächst nur erklärt, die Maschine sei abgestürzt, ohne einen Grund zu nennen. Der jordanische Informationsminister Mohammad Momani sagte, es werde von einem Abschuss ausgegangen. "Es ist aber schwierig, das zu bestätigen, angesichts der wenigen Informationen, die wir haben", fügte er hinzu.

Die Terrormiliz hatte gesagt, sie habe einen Kampfjetpiloten gefangen genommen. Der Mann sei Jordanier, teilte dann das Militär des Landes mit, das gemeinsam mit den USA gegen die Terroristen kämpft. Nach Angaben aus den USA rettete sich der Pilot mit dem Schleudersitz aus dem abstürzenden Flugzeug.

Der IS hatte angegeben, das Flugzeug des Mannes über dem nordsyrischen Al-Rakka abgeschossen zu haben. Ein Aktivist sagte, das Flugzeug sei von einer Boden-Luft-Rakete getroffen worden. "Die Menschen konnten eine laute Explosion hören und einen orangen Feuerball sehen, der die Maschine traf." Noch ist unklar, ob dies so stimmt. Ein US-Militärsprecher sagte dem Nachrichtensender CNN, dass es keine Hinweise auf einen Abschuss gebe.

Allerdings befindet sich der Pilot einer F-16 des jordanischen Militärs in Geiselhaft. Via Twitter veröffentlicht der IS ein Foto, auf dem der Dienstausweis des Mannes zu sehen ist. Die Terrormiliz verbreitete zudem Fotos des Soldaten, umringt von mehreren IS-Kämpfern. Der 26-jährige Oberleutnant habe Angriffe gegen IS-Stellungen geflogen, teilte das Militär mit. Jordanien beteiligt sich mit den Vereinigten Arabischen Emiraten, Saudi-Arabien und Bahrain an den von den USA koordinierten Luftschlägen gegen den IS.

Auf einer zweiten Aufnahme ist der Mann von der Taille abwärts nackt und klatschnass zu sehen, nachdem er offenbar aus einem See herausgeholt wurde. Der Cousin des Piloten bestätigte der Nachrichtenagentur AP am Telefon, dass der Mann auf den Fotos sein Verwandter sei.

Der jordanische Informationsminister Mohammad Momani sagte, dass das Flugzeug des Soldaten wohl durch "Beschuss vom Boden" getroffen worden sei, gab aber keine weiteren Details bekannt.

Die Stadt Al-Rakka, Hauptstadt der gleichnamigen Provinz, gilt als Hauptstadt des vom IS ausgerufenen Kalifats. Die Terrormiliz kontrolliert in Syrien und im Irak je ein Drittel der Fläche. Die Terroristen tyrannisieren die Menschen dort – vor allem religiöse Minderheiten.