Israel hat nach drei Monaten Waffenruhe erstmals wieder ein Ziel im Gazastreifen angegriffen. Die israelische Luftwaffe habe als Reaktion auf einen vorherigen Raketenbeschuss aus dem Küstengebiet eine "Terror-Einrichtung" der Hamas angegriffen, teilte das israelische Militär mit. Nach palästinensischen Angaben handelte es sich bei dem Ziel im Osten der südlichen Stadt Chan Junis um eine Übungsstätte des militärischen Hamas-Arms, der Al-Kassam-Brigaden. Verletzt wurde niemand.

Es war der erste israelische Luftangriff seit Ende des 50-tägigen Gaza-Kriegs am 26. August. Der Schlag sei eine Antwort auf einen Raketenangriff aus Gaza auf die südisraelische Stadt Eschkol am Freitag gewesen, sagte der israelische Militärsprecher Peter Lerner. Die Hamas sei verantwortlich und haftbar für die Attacke. Bei diesem Beschuss hatte es ebenfalls keine Verletzten gegeben.

Israel hatte von Anfang Juli bis Ende August zahlreiche Luftangriffe auf den Gazastreifen geflogen mit dem Ziel, den anhaltenden Raketenbeschuss aus dem Gebiet zu beenden. Nach palästinensischen Angaben wurden dabei mehr als 2.100 Menschen getötet, die meisten von ihnen Zivilisten. Auf israelischer Seite starben 67 Soldaten und sechs Zivilisten.

Am Freitagabend war es zudem im Osten des Gazastreifens zu Auseinandersetzungen zwischen Palästinensern und israelischen Soldaten gekommen. Augenzeugen zufolge hatten sich Dutzende junge Palästinenser am Grenzzaun versammelt. Sie trugen demnach palästinensische Fahnen bei sich, riefen anti-israelische Sprüche und bewarfen israelische Soldaten mit Steinen. Diese hätten Schüsse abgegeben, um die Menge auseinanderzutreiben. Dabei seien sechs junge Palästinenser verletzt worden. An der Stelle treffen sich jeden Freitag Palästinenser, um gegen die Blockade des Gazastreifens durch Israel zu protestieren.