Nach dem Massaker islamistischer Talibankämpfer an einer Schule in Peschawar hat eine dreitägige Trauer um die Opfer begonnen. An öffentlichen Gebäuden in Pakistan wehen die Fahnen auf Halbmast, Regierungschef Nawaz Sharif sprach von einer "nationalen Tragödie" und berief eine Konferenz aller Parteien ein. Im ganzen Land sind Mahnwachen, Proteste und Trauerzeremonien geplant.

Bei dem Angriff der pakistanischen Taliban starben am Dienstag mindestens 141 Menschen, unter ihnen 132 Schulkinder. Am Abend hatte die Armee die Geiselnahme nach stundenlangen Gefechten beendet. Die insgesamt sieben Angreifer seien alle getötet worden, sagte Militärsprecher Asim Saleem Bajwa. Armeechef Raheel Sharif kündigte noch am Abend Vergeltung "bis zur vollständigen Eliminierung" der militanten Islamisten in Pakistan an. Die Luftwaffe flog nach Medienberichten mehrere Angriffe gegen Stellungen der Taliban.

Die pakistanische Regierung führte nach dem Überfall die Todesstrafe wieder ein. Ein Regierungsausschuss habe ein Ende des Moratoriums vorgeschlagen und der Ministerpräsident habe dem zugestimmt, sagte Sharifs Sprecher.

Indiens Premier Narendra Modi telefonierte nach eigenen Angaben mit Sharif. "Habe ihm angesichts der niederträchtigen Terrorattacke in Peshawar mein tiefstes Beileid ausgedrückt", schrieb Modi auf Twitter. Gespräche zwischen den Regierungschefs der beiden verfeindeten Atommächte sind äußerst selten. Auf einem Gipfel in Nepal hatten sie sich vor wenigen Wochen noch demonstrativ ignoriert. Nun schreibt Modi: "Indien steht im Kampf gegen den Terror entschieden hinter Pakistan. Ich habe Premier Sharif mitgeteilt, dass wir bereit sind, in dieser Stunde der Trauer alle mögliche Hilfe zu leisten." Alle Schulen in Indien sollten am Mittwoch zwei Schweigeminuten einlegen.

Ein Sprecher der Tehrik-e-Taliban Pakistan (TTP) rechtfertigte das Attentat als Vergeltung für Angriffe der Armee in den Stammesgebieten im Grenzgebiet zu Afghanistan. Die Streitkräfte hatten dort im Juni eine Offensive gegen radikalislamische Gruppen begonnen.

Die afghanischen Taliban verurteilten den Terrorangriff  jedoch als nicht mit den Idealen des Islams vereinbar. Es verstoße gegen die "Grundsätze des Islams", Unschuldige, Frauen und Kinder vorsätzlich zu töten, erklärten die afghanischen Taliban am Dienstagabend. Daran müssten sich alle islamischen Regierungen und Bewegungen halten.

Die afghanischen sind mit den pakistanischen Taliban locker verbündet, beide bekennen sich zum Taliban-Anführer Mullah Omar. Die afghanischen Taliban distanzieren sich oft von Anschlägen, bei denen viele Zivilisten getötet werden, greifen selbst aber auch Zivilisten an.