Kurdischen Peschmerga-Kämpfern ist es gelungen, die wochenlange Belagerung des irakischen Sindschar-Gebirges durch die Miliz "Islamischer Staat" (IS) zu durchbrechen. Die Kurden hätten die Berge erreicht, die Belagerung sei aufgehoben, sagte der Präsident des Sicherheitsrats der autonomen Kurdengebiete, Masrur Barsani. Unterstützt werden die Peschmerga durch eine internationale von den USA geführte Luftoffensive. 

Nach mehr als 50 Luftangriffen konnte die Kurden-Miliz ein Gebiet bei der Stadt Sindschar westlich von Mossul nahe der syrischen Grenze einnehmen, wie Pentagon-Sprecher James Terry mitteilte: "Ich glaube, wir haben bedeutende Fortschritte gemacht, die Offensive (des IS) aufzuhalten." Generalstabschef Martin Dempsey sagte, mehrere ranghohe IS-Kommandeure seien bei Luftangriffen getötet worden.   

Die kurdischen Peschmerga-Kämpfer hätten die Dschihadisten zur Flucht in ihre Hochburgen in Mossul und Tall Afar gezwungen, sagte der kurdische Politiker Barsani weiter. Kämpfer hätten die IS-Versorgungslinien durchschnitten und 700 Quadratkilometer ihrer Kontrolle entrissen. Die am Mittwoch begonnene Operation, an der mehr als 8.000 Peschmerga beteiligt gewesen waren, sei der bisher größte und erfolgreichste Einsatz gegen die IS-Miliz gewesen. Pentagon-Sprecher Terry bestätigte die Rückeroberung eines großen Gebiets an der Grenze zu Syrien.

Jesiden-Führer Said Hassan Said sagte, er sehe noch nichts von den Peschmerga. Der örtliche Peschmerga-Kommandeur Mohammed Kodschar versprach, die Menschen ab Freitag über eine gesicherte Straße evakuieren zu lassen.

Im Sommer waren nach der Blitzoffensive des IS im Nordirak Zehntausende Jesiden in die Sindschar-Berge geflohen, wo sie weder Wasser noch Essen hatten. Die Angehörigen der kleinen religiösen Minderheit werden von den Extremisten als Teufelsanbeter verfolgt. Die Sorge vor einem Völkermord an den Jesiden war einer der Gründe, warum US-Präsident Barack Obama vor vier Monaten Luftangriffe gegen die Dschihadisten autorisierte.