Die USA haben einen Luftangriff gegen die islamistische Al-Shabaab-Miliz in Somalia geflogen. Der Militäreinsatz in der Nähe von Saakow im Süden des Landes habe sich gegen einen hochrangigen Anführer der Rebellenbewegung gerichtet, teilte Pentagon-Sprecher John Kirby mit. Den Namen des Anführers nannte der Sprecher nicht. Auch zu möglichen Opfern machte Kirby keine Angaben. Bislang könne er nur sagen, dass keine Zivilisten oder Unbeteiligte getötet worden seien. Die Ergebnisse des Einsatzes würden zu gegebener Zeit mitgeteilt.  

Die Amerikaner hatten bereits im September die Islamisten in Somalia angegriffen. Bei dem Einsatz töteten sie den Al-Shabaab-Anführer Ahmed Abdi Godane. Die Streitkräfte setzten bei der Attacke Flugzeuge und Drohnen ein.

Die somalische Regierung hatte erst am Samstag einen Erfolg im Kampf gegen die Miliz verkündet: Einer der wichtigsten Anführer der Islamisten, Zakariya Ismail Ahmed Hersi, hatte sich den Behörden gestellt. Auf Zakariya Ahmed hatten die USA ein Kopfgeld von umgerechnet 2,5 Millionen Euro ausgesetzt. Er galt als der Geheimdienstchef der mit dem Terrornetzwerk Al-Kaida verbündeten Gruppe. Als Grund für seine Entscheidung wurden blutig ausgetragene Machtkämpfe innerhalb der Miliz vermutet.

Miliz verübt weiterhin Anschläge

Seit dem Sturz des langjährigen Machthabers Siad Barre im Jahr 1991 herrscht in Somalia Bürgerkrieg. Die Al-Shabaab-Miliz kontrollierte über Jahre große Teile der Hauptstadt Mogadischu sowie weite Gebiete im Zentrum und Süden des Landes. Mit Unterstützung äthiopischer und kenianischer Truppen gelang es der Übergangsregierung 2011, die Gruppe aus der Hauptstadt und den meisten anderen Städten zu vertreiben.

Allerdings verübt die Shabaab-Miliz weiterhin Anschläge in Mogadischu sowie im benachbarten Kenia. Kenias Regierung hat im Dezember ein von Menschenrechtsorganisationen kritisiertes Anti-Terror-Gesetz verabschiedet.