Zwei Geiseln des Terrornetzwerks Al-Kaida sind bei einem Rettungsversuch durch US-Streitkräfte ums Leben gekommen. Der US-Bürger Luke Somers und der Südafrikaner Pierre Korkie wurden bei der Aktion getötet. Nach jemenitischen Angaben wurden bei der gemeinsamen Aktion mit US-Streitkräften auch andere Geiseln befreit und in ein Feldlazarett gebracht, über ihren Zustand wurde zunächst nichts bekannt. 

US-Präsident Barack Obama hatte den Rettungseinsatz nach eigenen Angaben angeordnet, nachdem die Terroristen in einem Video mit der Tötung des amerikanischen Fotojournalisten Somers gedroht hatten. Informationen hätten darauf hingedeutet, "dass Lukes Leben in unmittelbarer Gefahr war", sagte Obama. Sobald "verlässliche Geheimdienstinformationen und ein Operationsplan" vorgelegen hätten, habe er daher den Rettungsversuch angeordnet. Er habe auch die Rettung von anderen Geiseln autorisiert, die möglicherweise an dem selben Ort wie der Amerikaner festgehalten würden, hieß es.

Die New York Times berichtete unter Berufung auf einen US-Offiziellen, der 33 Jahre alte Somers sei bei der Aktion in der Provinz Schabwa von seinen Entführern angeschossen worden und auf dem Weg zu einem US-Militärschiff an seinen Verletzungen gestorben. Somers war im September 2013 in der jemenitischen Hauptstadt Sanaa entführt worden.

Der jemenitische Al-Kaida-Ableger hatte am Donnerstag ein Video veröffentlicht, in dem die Gruppe mit der Tötung Somers in drei Tagen gedroht hatte, sollten die USA nicht auf ihre Forderungen eingehen. Welche Forderungen dies genau seien, wurde nicht gesagt. Der nationale Sicherheitschef des Jemens, Generalmajor Ali al-Ahmadi, sagte, die Extremisten hätten vorgehabt, Somers am Samstag zu töten. 

Südafrikaner einen Tag vor geplanter Freilassung ermordet

Bei der zweiten getöteten Geisel handelt es sich nach Angaben der Hilfsorganisation Gift of Givers um den südafrikanischen Lehrer Pierre Korkie. Er hätte nach Angaben der Organisation am Sonntag freikommen sollen.

Korkie und seine Frau waren im Mai in der jemenitischen Stadt Tais entführt worden. Seine Frau wurde später freigelassen. Die Organisation Gift of Givers hatte geholfen, ihre Freilassung zu vermitteln. Aus dem Umfeld Korkies hieß es, Al-Kaida-Extremisten verlangten drei Millionen Dollar Lösegeld für seine Befreiung.

Die USA betrachten den jemenitischen Ableger des Terrornetzwerks Al-Kaida als den gefährlichsten weltweit. Die Gruppe wird mit mehreren gescheiterten Anschlägen auf US-Boden in Verbindung gebracht.

Die USA hatten nach Regierungsangaben bereits im November versucht, Somers zu befreien. Doch habe sich die Geisel nicht an dem Ort des Einsatzes befunden. Somers, ein Brite und vier weitere Geiseln seien Tage zuvor an einen anderen Ort gebracht worden. Der jetzige Einsatz ereignete sich nach Behördenangaben im Süden des Landes. Vorangegangen sei ein Luftangriff.