Der Kandidat der griechischen Regierung für das Präsidentenamt, Stavros Dimas, ist im ersten Wahlgang wie erwartet gescheitert. Nur 160 der anwesenden 295 Abgeordneten stimmten für den ehemaligen Finanzminister und EU-Kommissar. Notwendig wären 200 Ja-Stimmen gewesen. 135 Parlamentarier enthielten sich der Stimme, wie das Staatsfernsehen berichtete.

Das Amt des Präsidenten sieht vor allem repräsentative Pflichten vor, ähnlich wie das Amt des Deutschen Bundespräsidenten. Sollte die Wahl auch bei den nächsten zwei Wahlgängen am 23. und 29. Dezember scheitern, stehen automatisch Parlamentsneuwahlen an. 

"Ich bin optimistisch, dass (am Ende) ein Präsident der Republik gewählt wird", sagte Regierungschef Antonis Samaras nach dem ersten Wahlgang. Er sei sich sicher, die Abgeordneten verstünden, dass das Land kein "Abenteuer" erleben dürfe.

Die linke Oppositionspartei Syriza hofft auf Neuwahlen und würde bei einem Sieg den von der Europäischen Union verordneten Sparkurs nach eigenen Angaben umgehend beenden. Syriza-Chef Alexis Tsipras sagte nach der Wahl im Fernsehen: "Die Strategie der Angst ist zusammengebrochen". Bald werde das Volk das Wort haben.

Das Ergebnis dieses ersten Wahlgangs gilt nach übereinstimmenden Einschätzungen griechischer Kommentatoren als schlechtes Zeichen für die Regierungskoalition.