Der Angriff von Talibankämpfern auf eine Militärschule ist das brutalste Massaker in Pakistan seit Jahren. Auf der ganzen Welt äußerten Regierungschefs ihre Anteilnahme. Bundeskanzlerin Angela Merkel schrieb in einem Kondolenztelegramm: "Die Geiselnahme und Ermordung von Kindern und Jugendlichen ist an Grausamkeit nicht zu überbieten". Bundespräsident Joachim Gauck sprach von einem "feigen Akt des Terrorismus". Nach aktuellen Angaben kamen bei dem Angriff mehr als 140 Menschen ums Leben, die meisten davon waren Schüler.

Auch Talibankämpfer aus dem Nachbarland Afghanistan verurteilten das Massaker. Der afghanische Taliban-Sprecher Sabiullah Mudschahid sagte, die absichtliche Tötung unschuldiger Menschen, Kinder und Frauen verstoße gegen die Grundlagen des Islam. Die Gruppen beider Länder sind zwar organisatorisch getrennt, arbeiten aber zusammen. Sie kämpfen für den Sturz ihrer jeweiligen Regierungen und die Schaffung eines islamischen Staates.

Der pakistanische Ministerpräsident Nawaz Sharif nannte den Angriff eine nationale Tragödie und ordnete eine dreitägige Staatstrauer an. Die pakistanische Friedensnobelpreisträgerin Malala Yousafzai verurteilte das Massaker als "grauenhaft und feige". 

Indiens Premierminister Narendra Modi telefonierte nach eigenen Angaben mit Sharif. "Habe ihm angesichts der niederträchtigen Terrorattacke in Peshawar mein tiefstes Beileid ausgedrückt", twitterte Modi. Gespräche zwischen den Regierungschefs der beiden verfeindeten Atommächte sind äußerst selten.

Auch der Iran verurteilte das Attentat scharf. "Das war eine unmenschliche und unislamische Tat, die in keiner Weise zu rechtfertigen ist", sagte Außenamtssprecherin Marsieh Afcham. Alle pakistanischen Gruppierungen müssten sich nun mehr denn je gegen Extremismus, Terrorismus und Gewalt stellen, so die Sprecherin nach Angaben der Nachrichtenagentur IRNA.

Ein Sprecher der pakistanischen Taliban-Gruppe (TTP) rechtfertigte den Angriff in örtlichen Medien. Die vom Militär betriebene Schule sei zum Ziel geworden, "weil sie auch unsere Familien angreifen. Wir wollen, dass sie den Schmerz fühlen, den wir fühlen".

Die pakistanische Armee geht in den Stammesgebieten im Grenzgebiet zu Afghanistan massiv gegen radikalislamische Gruppen wie die Taliban oder das Terrornetz Al-Kaida vor. Dabei wurden nach Regierungsangaben bereits Tausende Terroristen getötet und vertrieben. Kurz nach dem Anschlag flog die Luftwaffe zehn Angriffe in der betroffenen Provinz – offenbar als Vergeltungsmaßnahme.

UN-Generalsekretär Ban Ki Moon sagte, kein Missstand auf der ganzen Welt könne eine solche Hölle rechtfertigen. US-Außenminister John Kerry sagte: "Dieser Terrorakt erzürnt und erschüttert alle Menschen mit Gewissen, und wir verurteilen ihn aufs Schärfste".

Neben den mehr als 140 Toten wurden mehr als 250 Menschen verletzt, wie die Regierung der Provinz Khyber Pakhtunkhwa mitteilte. Am Dienstagabend beendete die Armee die Geiselnahme nach stundenlangen Gefechten. Alle sechs Angreifer seien tot, wie das Militär bekannt gab. Die Extremisten waren vormittags in die vom Militär betriebene Schule eingedrungen und hatten etwa 500 Schüler und Lehrer als Geiseln genommen. Pakistanischen Medienberichten zufolge missbrauchten die Taliban Schüler als menschliche Schutzschilde.