In der russischen Teilrepublik Tschetschenien sind bei Kämpfen zwischen der Polizei und Bewaffneten mindestens mehr als 20 Menschen getötet worden. Kurz vor einer Rede des russischen Präsidenten Wladimir Putin zur Lage der Nation in Moskau griffen Unbekannte eine Polizeistreife in der tschetschenischen Hauptstadt Grosny an. Sie erschossen drei Verkehrspolizisten, dann verschanzten sie sich in einem Verlagshaus, wie Agenturen meldeten. 

Bewaffnete Einsatzkräfte umstellten das Gebäude. Sieben der Angreifer seien getötet worden, teilte der kremltreue Republikchef Ramsan Kadyrow mit. Zudem starben in dem Kampf zehn weitere Polizisten.

Die Nachrichtenagentur Tass meldete unter Berufung auf Kadyrow, in einer Schule im Zentrum hielten sich weitere Bewaffnete verschanzt. Zum Zeitpunkt der Besetzung seien keine Schüler oder Lehrer in der Schule gewesen, zitierte die Nachrichtenagentur Ria Nowosti den Vize-Schulleiter.

Zunächst bekannte sich keine Gruppe zu dem Angriff. Kadyrow sagte, die Bewaffneten hätten einen Terroranschlag geplant. Er schrieb am Morgen auf Twitter, dass die Lage unter Kontrolle sei, warnte die Bewohner Groznys aber, nach draußen zu gehen. Wenige Stunden später ergänzte er, dass die sechs Extremisten beim Kampf im Verlagshaus getötet worden seien. "Keiner der Banditen schaffte es, rauszukommen. Ich habe die Operation selbst geleitet", schrieb er. Er beschuldigte den Westen, die Terroristen zu unterstützen.

Im russischen Nordkaukasus kämpfen islamistische Extremisten für einen von Moskau unabhängigen Gottesstaat. Immer wieder kommt es auch zu Gefechten mit kremltreuen Einheiten. In den 1990er Jahren verhinderte Russland mit einem Krieg, dass sich die islamisch geprägte ölreiche Republik Tschetschenien abspaltete. Kadyrow hat den Ruf, in der Republik mit harter Hand seine Herrschaft und die Interessen der Regierung in Moskau durchzusetzen. Er flog laut Ria Nowosti am Donnerstag nach Moskau, um dort die Rede Putins an die Nation zu verfolgen.

Putin sagte, er sei zuversichtlich, dass die Sicherheitskräfte in Grosny die Lage unter Kontrolle bringen würden.