Das ukrainische Parlament hat das neue Kabinett von Regierungschef Arseni Jazenjuk bestätigt. In der Obersten Rada stimmten 288 von 339 anwesenden Abgeordneten für die breite Koalition aus fünf Parteien. Vor der Abstimmung hatte Präsident Poroschenko mit Nachdruck für die neue Regierung geworben. "Es gibt jetzt keine wichtigere Aufgabe, als die Souveränität der Ukraine zu schützen", sagte Poroschenko.

Zuvor waren im Eilverfahren drei Ausländer eingebürgert und zu Ministern ernannt worden. Die US-Amerikanerin Natalia Jaresko (Finanzen), der Georgier Alexander Kwitaschwili (Gesundheit) und der Litauer Aivaras Abromavicius (Wirtschaft) erhielten nach Angaben aus dem Präsidentenbüro per Erlass die ukrainische Staatsbürgerschaft. Die "unorthodoxe Entscheidung" sei wegen des dringenden Bedarfs radikaler Reformen und der Bekämpfung der Korruption notwendig gewesen, hieß es. Die Opposition kritisierte die Ernennung der drei Minister scharf. Die Ukraine habe selbst genug geeignete Bürger für die Schlüsselressorts.

Vom Parlament bestätigt wurden unter anderem auch Außenminister Pawlo Klimkin und Verteidigungsminister Stepan Poltorak. Die proeuropäischen Kräfte hatten die Parlamentswahl Ende Oktober klar gewonnen und besitzen in der Rada eine verfassungsändernde Mehrheit. 

Neue Waffenruhe für Region Luhansk

Am Morgen hatte die OSZE mitgeteilt, dass die ukrainische Regierung und die prorussischen Separatisten für die abtrünnige Region Luhansk eine Waffenruhe ausgehandelt hätten. Alle Seiten hätten sich "im Grundsatz" entlang der gesamten Frontlinie in der Region darauf geeinigt, teilte die Organisation mit. Die Feuerpause soll ab Freitag gelten und möglicherweise auch auf Donezk ausgeweitet werden.

Die Anfang September im weißrussischen Minsk vereinbarte Waffenruhe war von beiden Seiten immer wieder durchbrochen worden. Insbesondere am Flughafen der Stadt war es in den vergangenen Wochen zu teils schweren Kämpfen mit vielen Toten gekommen.