Die Regierung in Moskau hat die USA davor gewarnt, ihre Sanktionen gegen Russland zu verschärfen. Sollte ein entsprechendes US-Gesetz wirksam werden, "können wir das sicher nicht ohne Antwort lassen", sagte Vizeaußenminister Sergej Rjabkow. Man werde Gegenmaßnahmen ergreifen.

Das US-Abgeordnetenhaus hatte am Donnerstag ein Gesetz namens Ukraine Freedom Support Act beschlossen, am Freitag bestätigte es auch der Senat. Darin werden neue Sanktionen gegen den Rüstungssektor und die Öl-Industrie in Russland gefordert.

Offen ist allerdings, ob US-Präsident Barack Obama das Gesetz auch unterzeichnet und damit wirksam macht. Es autorisiert auch die Lieferung von Anti-Panzer-Munition, Überwachungsdrohnen und Kommunikationsausrüstung an die Ukraine. Obama lehnt das ab, er stellt der Regierung in Kiew bislang lediglich nicht tödliche Militärhilfe zur Verfügung.

Mehr als 4.300 Tote im Ukraine-Konflikt

In einer ersten Reaktion am Freitag hatte das russische Außenministerium mitgeteilt, das US-Gesetz habe einen "offen konfrontativen Charakter". Das ukrainische Parlament dagegen begrüßte die Initiative des US-Kongresses, es sprach von einer "historischen Entscheidung".

Die Ukraine und der Westen werfen Russland vor, die prorussischen Rebellen in der Ostukraine zu unterstützen. Seit Beginn des Konflikts im April wurden bereits mehr als 4.300 Menschen getötet.

Seit Dienstag ist eine neue Waffenruhe in Kraft, die sich jedoch erneut als brüchig erweist. Am Freitag wurde gemeldet, dass zwei regierungstreue Kämpfer des aus Freiwilligen bestehenden Asow-Bataillons sowie zwei Rebellen südlich von Donezk getötet worden seien.