Die Rebellen im Osten der Ukraine haben offenbar die Vereinbarungen einer erneuten Waffenruhe ab dem 9. Dezember bestätigt. Das berichtete die russische Nachrichtenagentur RIA Nowosti. Im Vorfeld hatte bereits die ukrainische Regierung eine Unterbrechung der Kampfhandlungen für diesen Tag angekündigt. 

Mit einem "Tag der Stille" für die Armee will der ukrainische Präsident Petro Poroschenko einen neuen Anlauf für eine Feuerpause im Konfliktgebiet Ostukraine einleiten. Am kommenden Dienstag sollen die Waffen in der Unruhe-Region schweigen, wie Poroschenko nach einem Treffen mit den Sicherheitschefs ankündigte. Die Separatisten in Donezk erklärten sich bereit, die Waffenruhe einzuhalten.  

Die USA und weitere Länder haben Russland wegen seines Vorgehens in der Ukraine-Krise erneut kritisiert. "Russland liefert weiterhin neue Waffen und verstärkt seine Unterstützung für bewaffnete Separatisten", sagte US-Außenminister John Kerry. Damit verletze Moskau internationales Recht. Den Preis zahlten russische Bürger "einschließlich Hunderten von russischen Soldaten, die in einem Land kämpfen und sterben, in dem zu sein sie kein Recht haben", mahnte Kerry.

Lawrow: Westen habe kein Monopol auf Wahrheit

Moskau wies die Vorwürfe zurück. Für die gefährliche Lage sei der Westen verantwortlich, erwiderte Russlands Außenminister Sergej Lawrow während der Jahreskonferenz der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) in Basel. Lawrow warf dem Westen vor, die Sicherheit in Europa durch "einseitige Aktionen" wie die Nato-Ausdehnung Richtung Osten untergraben zu haben. Die Nato und die EU hätten kein "Monopol auf die Wahrheit", sagte er.

Auch Russlands Präsident Wladimir Putin verteidigte die russische Ukraine-Politik in seiner jährlichen Rede zur Lage der Nation vor dem russischen Parlament. Er betonte, dass der Anschluss der Krim an Russland in völligem Einklang mit dem Völkerrecht geschehen sei. Bereits seit Anfang September gilt zwischen der ukrainischen Regierung und den Separatisten eine Feuerpause, die aber von beiden Seiten nicht eingehalten wurde. Mehr als 1.000 Menschen wurden seitdem in Gefechten getötet.

Nach Einschätzungen der Behörden stehen dem Militär in der Ostukraine mehr als 32.000 prorussische Kämpfer gegenüber. Darunter seien bis zu 10.000 russische Soldaten, behauptete Alexander Rosmasnin vom Generalstab. Moskau weist solche Vorwürfe allerdings zurück.