Die USA haben ein Handelsembargo gegen die Krim verhängt. US-Bürgern sind damit Investitionen auf der Halbinsel verboten, ebenso wie der Import von Produkten aus der Region und der Export jeglicher Güter dorthin. In den USA werden Vermögen von Personen eingefroren, die auf der Krim geschäftlich aktiv sind. Auch Kanada verhängte neue Strafmaßnamen.

US-Präsident Barack Obama hatte die Sanktionen am Freitag bekannt gegeben. In einem Brief an den US-Kongress schrieb Obama, die Maßnahmen seien "zusätzliche Schritte, die sich gegen die russische Besetzung der Krim-Region der Ukraine richten".

Das russische Außenministerium kritisierte die Maßnahme als sinnlos. Die Krim werde nicht aufgegeben, denn sie sei historisch ein Teil Russlands. Außerdem warf das russische Außenministerium den USA und Kanada eine weitere Verschärfung des Konflikts in der Ukraine vor. "Die Maßnahmen zielen darauf, den politischen Prozess zu stören", teilte das Ministerium in Moskau mit. "Wir raten Washington und Ottawa, über die Konsequenzen eines solchen Vorgehens nachzudenken."

Am Donnerstag hatte bereits die Europäische Union weitere Sanktionen gegen die ukrainische, von Russland annektierte Halbinsel verhängt. Europäische Firmen und Unternehmen mit Sitz in EU-Ländern dürfen seit Samstag keine Immobilien, Finanzgesellschaften oder Dienstleistungsunternehmen mehr auf der Krim kaufen. Darüber hinaus ist es Reiseunternehmen aus den 28 EU-Ländern verboten, Dienstleistungen auf der Halbinsel anzubieten. Kreuzfahrtschiffe von EU-Eigentümern dürfen nur noch in Notfällen dort anlegen.

Russland hatte die zur Ukraine gehörende Halbinsel nach dem Umsturz in Kiew und einer hoch umstrittenen Volksabstimmung im März annektiert. Der Westen kritisiert dies als Verstoß gegen das Völkerrecht.

Wegen der Ukraine-Krise hatten EU, Kanada und die USA bereits Sanktionen gegen Russland verhängt, insbesondere im Finanz-, Rüstungs- und Energiebereich. Nach Einschätzung des russischen Staatschefs Wladimir Putin sind diese zu 25 bis 30 Prozent für die Wirtschaftskrise in seinem Land verantwortlich.

Russland steckt derzeit in der schwersten Wirtschaftskrise seit 16 Jahren. Seit Jahresbeginn verlor der Rubel rund 40 Prozent seines Werts. Ein Grund für die Krise ist auch der Einbruch des Ölpreises auf dem Weltmarkt.