Es ist ein herber Schlag für die sozialistische Partei: Drei Wochen vor den Wahlen in Griechenland spaltet sich die Panhellenische Sozialistische Bewegung (Pasok). Der ehemalige Regierungschef Giorgos Papandreou verlässt die Sozialisten und gründete eine neue Partei. Für die Sozialisten besteht nun die Gefahr, dass sie im neuen Parlament gar nicht vertreten sind.

Mit seiner Entscheidung wolle Papandreou die Bewegung neu starten und das Land aus der Krise führen. Welche Ziele die Partei verfolge, wollte der 62-Jährige am Samstagabend bekanntgeben. Papandreou regierte Griechenland in der schlimmsten Phase der Finanzkrise zwischen 2009 und 2011 und unterstützte das Sparprogramm der EU.

In Griechenland war kürzlich die Wahl des Staatspräsidenten dreimal gescheitert. Am 25. Januar finden deshalb vorgezogene Wahlen statt. Umfragen sagen dem Land einen Linksruck voraus, was die EU-Rettungsaktion für das überschuldete Krisenland erschweren könnte.

Im Fernsehen werteten mehrere Beobachter Papandreous Schritt als Versuch, einen Teil der Wählerschaft der oppositionellen Linkspartei Syriza unter Alexis Tsipras zu gewinnen. In den vergangenen Jahren waren viele frühere Sozialisten wegen der schweren Finanzkrise zur Syriza abgewandert. Die Linkspartei wurde bei den letzten Wahlen zweitstärkste Kraft hinter den Konservativen und liegt derzeit in den Umfragen vorne. Ihr Vorsprung schmolz aber zuletzt.

Die neue Papandreou-Partei könnte möglicherweise den Konservativen unter Regierungschef Antonis Samaras helfen, ihre gefährdete Position als stärkste Partei bei der Wahl zu verteidigen. Zurzeit sind die Sozialisten der Junior- und Koalitionspartner in der Regierung des konservativen Ministerpräsidenten Antonis Samaras.

1974 gründete Papandreous Vater Andreas Pasok. Mit kleinen Pausen hatte die Partei das Land seit 1981 mehr als 20 Jahre regiert.