Drei Extremisten aus dem nordrhein-westfälischen Dinslaken sind offenbar bei Kämpfen in Syrien und dem Irak gestorben. Laut gemeinsamen Recherchen der FAZ und des ARD-Magazins Report München handelt es sich bei den Getöteten um die Dschihadisten Mustafa K., Hasan D. und Marcel L. Ein Bericht über den Tod der Dschihadisten von Spiegel Online beruft sich ebenfalls auf eigene Recherchen. 

Erst an diesem Wochenende hatte die Polizei in Dinslaken ein mutmaßliches Mitglied der Terrororganisation IS verhaftet. Dem 24-jährigen Deutschen Nils D. wird vorgeworfen, im Oktober 2013 nach Syrien gereist zu sein und sich dort der Terrorgruppe angeschlossen zu haben. Er gehört zu einer Gruppe von etwa zwei Dutzend jungen Männern, die im Jahr 2013 unter den Augen der Behörden in zwei Wellen aus Dinslaken in den Dschihad nach Syrien gezogen sind, um sich dem IS anzuschließen. Zur sogenannten "Lohberger Brigade" gehörten die nun offenbar Getöteten. Die Gruppe ist nach dem Stadtteil benannt, aus dem die meisten der jungen Männer stammen. Dort scharten sie sich nach Spiegel-Informationen um den selbst ernannten Prediger Mustafa T. 

Die Todesursache scheint unklar. In dem Bericht der FAZ ist von Luftangriffen der internationalen Anti-IS-Koalition die Rede. Ein Zusammenhang mit den Kämpfen um die kurdische Stadt Kobani sei bei mindestens einem Fall herzustellen. 

Mustafa K. soll bereits seit längerer Zeit verstorben sein. Er hatte im Februar vergangenen Jahres auf einem Foto mit dem Kopf eines enthaupteten Mannes posiert. Die Aufnahmen verbreiteten sich schnell im Internet als Schreckgespenst des Terrorismus. Er starb nach Erkenntnissen deutscher Sicherheitsbehörden im Dezember bei Gefechten in Syrien, heißt es in dem Bericht auf Spiegel Online

Nach Informationen von Spiegel Online soll Marcel L. Wachmann in Gefängnissen der Dschihadistenmiliz "Islamischer Staat" (IS) gewesen sein, in denen auch westliche Geiseln eingekerkert wurden. In diesen Gefängnissen werden Häftlinge und Geiseln demnach regelmäßig gefoltert. Ob L. sich daran beteiligte, ist unklar, aber nach Einschätzung der Sicherheitsbehörden durchaus möglich.