Angesichts des Konflikts mit den Huthi-Rebellen ist die jemenitische Staatsführung zurückgetreten. Ein Berater des Präsidenten teilte mit, dass Präsident Abed Rabbo Mansur Hadi sein Amt niedergelegt habe. Zuvor hatte bereits die Regierung geschlossen ihren Rückzug angekündigt, wie aus einem Schreiben hervorgeht. Er und seine Ministerriege wollten nicht dafür verantwortlich gemacht werden, "was im Jemen geschieht und geschehen wird", erklärte der Regierungschef in dem Schreiben. Die "politischen Abenteurer" würden "keinerlei Gesetze respektieren".

In dem arabischen Land tobt seit einiger Zeit ein Kampf zwischen schiitischen Huthi-Rebellen und der sunnitischen Führung. Die Lage hatte sich in den vergangenen Tagen dramatisch zugespitzt. Bis zum Mittwoch hatten die Huthi-Rebellen die Residenz von Ministerpräsident Chaled Baha belagert, am Dienstag hatten sie auch den Präsidentenpalast erobert. Agenturberichten zufolge einigten sie sich dennoch am Mittwoch auf einen Kompromiss mit Hadi, die Krise beizulegen: Im Gegenzug für eine Regierungsbeteiligung wollten sie demnach entführte Regierungsmitglieder freilassen und die Gewalt einstellen.

Die Rebellen wollten die Regierung unter Druck setzen, um eine neue Verfassung in ihrem Interesse umzusetzen. Bisher existiert eine Kommission, die aus 85 Mitgliedern besteht. Die Vereinten Nationen hatten vermittelt, dass die Verfassung reformiert werden solle, was bisher nicht geschehen sei.

Im September vergangenen Jahres hatten die Rebellen einen Großteil der Hauptstadt Sanaa erobert. Sie waren auch in die sunnitischen Landesteile im Zentrum und Westen des Landes vorgerückt. 

Der Jemen ist Basis der Al-Kaida auf der Arabischen Halbinsel (AQP), die als radikalster Flügel der Organisation gilt. Die Gruppe bekannte sich zu dem Anschlag auf das französische Satireblatt Charlie Hebdo.

Auch am Donnerstag kam es zu Schusswechseln in der Hauptstadt. Schwer bewaffnete Huthi-Rebellen belagern weiter das Haus von Staatschef Abed Rabbo Mansur Hadi und den Präsidentenpalast obwohl am Mittwochabend angeblich ein Abkommen zu ihrem Abzug vereinbart worden war.