Einem Bericht der New York Times zufolge hat der Nationale Sicherheitsrat des Libanon angekündigt, für Syrer eine Visumspflicht einzuführen. Ab dem 5. Januar solle die neue Einreisebeschränkung in Kraft treten, um den Zustrom der zahlreichen Flüchtlinge aus dem Nachbarland zu regulieren. Syrer könnten sechs verschiedene Aufenthaltsgenehmigungen beantragen.

Kein anderer Staat hat im vergangenen Jahr mehr Flüchtlinge aus Syrien aufgenommen als der Libanon. In dem Land mit nur rund vier Millionen Einwohnern leben UN-Schätzungen zufolge neben den 1,1 Millionen registrierten syrischen Flüchtlingen noch bis zu 500.000 nicht registrierte Syrer, die illegal die Grenze passiert haben. "Eine Million Flüchtlinge aufzunehmen wäre für jedes Land eine enorme Aufgabe. Der Libanon,  ein kleines Land mit internen Schwierigkeiten, wird dadurch erschüttert", sagte UN-Flüchtlingskommissar António Guterres. "Der Libanon hat die höchste Flüchtlingsdichte in der jüngsten Geschichte".

Touristen, Studenten und Geschäftsreisende müssen den neuen Regelungen entsprechend bei der Einreise Dokumente und Vermögensnachweise vorlegen, die ihre Absichten belegen. Alle anderen bekommen vorerst nur eine zweitägige Aufenthaltserlaubnis für Häfen, Flughäfen oder Botschaften genehmigt. Die neue Verordnung könne der New York Times zufolge dazu führen, dass die nicht registrierten Flüchtlinge nach Syrien zurückgeschickt würden.  

Der syrische Botschafter Ali Abdel-Karim forderte nach Bekanntgabe der Einreisebeschränkungen eine stärkere Koordination der libanesischen und der syrischen Regierungen, zeigte aber auch Verständnis. "Ich denke, diese Schritte sind besser als vorherige Maßnahmen. Sie sind das Ergebnis von großem Druck auf die Regierung", sagte er dem Nachrichtenportal The Daily Star. An der syrisch-libanesischen Grenze war Syrern in den letzten Monaten vermehrt die Einreise verweigert worden.