Im Osten der Ukraine gibt es nach Nato-Angaben etwas weniger Kämpfe. "Es gibt Anzeichen für eine leichte Entspannung", sagte Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg der Zeitung Die Welt. Es seien allerdings immer noch russische Militärangehörige vor Ort, die die Separatisten unterstützten. Die Lage sei daher weiter instabil und schwierig, sagte Stoltenberg.

Zwischen den ukrainischen Regierungstruppen und den prorussischen Separatisten im Osten des Landes gibt es seit September eine in Minsk geschlossene Vereinbarung über einen Waffenstillstand. Er wurde jedoch immer wieder gebrochen. "Die Nato erwartet von der russischen Regierung, dass sie die Vereinbarung von Minsk respektiert und alles tut, damit die Waffenruhe in der Ostukraine nachhaltig umgesetzt wird", sagte Stoltenberg. "Dazu ist es notwendig, dass Russland aufhört, die Separatisten in der Ostukraine zu unterstützen."

Am Montag wollen die Außenminister der Ukraine, Russlands, Frankreichs und Deutschlands in Berlin einen neuen Anlauf nehmen, um den Weg für einen Vierer-Gipfel der Staats- und Regierungschefs im kasachischen Astana zu ebnen. Bundeskanzlerin Angela Merkel hat das Gipfeltreffen über den Ukraine-Konflikt von konkreten Fortschritten abhängig gemacht. Eine Annäherung der Positionen sei erforderlich, damit ein Treffen sinnvoll sei, ließ Merkel nach Telefonaten mit Russlands Präsidenten Wladimir Putin und dessen ukrainischem Kollegen Petro Poroschenko erklären.

Unterdessen hat Ungarn seine Gaslieferungen an die Ukraine wieder aufgenommen. Eine Sprecherin des Pipelinebetreibers FGSZ erklärte am Sonntag, sie könne bestätigen, dass die Lieferungen wieder aufgenommen worden seien. Demnach wurden bereits am Samstag rund 2,6 Millionen Kubikmeter Gas geliefert. Der Betreiber hatte Ende Dezember versprochen, die seit Ende September unterbrochenen Lieferungen zum Jahreswechsel wieder aufzunehmen.