Millionen Menschen waren bei dem Trauermarsch in Paris auf den Straßen, über 40 Staats- und Regierungschefs schritten Arm in Arm in Gedenken an die Terroropfer von Paris. Trotz des Massenandrangs fiel auf, dass einer fehlte: US-Präsident Barack Obama. Als einziges großes westliches Land waren die USA nur auf Botschafterebene vertreten. Die US-Regierung gestand nun Fehler ein.

"Wir hätten jemanden mit einem höheren Profil schicken sollen", sagte Präsident Barack Obamas Sprecher Josh Earnest in Washington. Zwar hielt sich US-Justizminister Eric Holder zu Gesprächen mit Sicherheitsvertretern in Paris auf, bei dem Solidaritätsmarsch wurden die USA allerdings durch die Botschafterin Jane Hartley vertreten. Die USA stünden jedoch hinter den Franzosen, sagte Earnest. 

Offenbar hatten die USA ein Zeitproblem. Earnest sagte, dass die Planung für den Marsch in Paris erst Freitagabend begonnen habe. Er verwies auf die umfassenden Sicherheitsvorschriften, die bei Besuchen des US-Präsidenten zu beachten seien.

Nun will US-Außenminister John Kerry am Donnerstag und Freitag Paris besuchen, um Solidarität zu zeigen. Die Fragen nach seiner Abwesenheit empfindet er als "ein bisschen kleinlich", sagte Kerry.

"Barack Obama ist nicht Charlie"

Obama war für seine Abwesenheit bei dem Marsch zum Gedenken der Opfer der islamistischen Anschläge in Frankreich scharf kritisiert worden. "Barack Obama ist nicht Charlie", schrieb das Politmagazin Politico. "Sie haben die Welt im Stich gelassen", titelte das Boulevardblatt New York Daily News. Auch der ansonsten eher Obama-freundliche Sender CNN sprach von einem schweren Fehler des Weißen Hauses. 

Nach den islamistischen Anschlägen und Geiselnahmen, denen in der vergangenen Woche in Frankreich 17 Menschen zum Opfer gefallen waren, schrieb Obama am Donnerstag "Vive la France" ins Kondolenzbuch der französischen Botschaft in Washington. Frankreichs Bevölkerung sicherte der Präsident die Unterstützung der Vereinigten Staaten zu. "Wir trauern mit euch. Wir kämpfen Seite an Seite, um unsere Werte aufrechtzuerhalten", sagte Obama und betonte, dass Frankreich der "älteste Verbündete" der USA sei. Frankreich beteiligt sich am Kampf gegen die Dschihadistenmiliz "Islamischer Staat" (IS), die französische Luftwaffe fliegt gemeinsam mit dem US-Militär Angriffe auf IS-Stellungen im Irak.