Bei einem Selbstmordanschlag sind in der jemenitischen Hauptstadt Sanaa mindestens 30 Menschen getötet worden. 40 weitere wurden verletzt, teilten Sicherheitsbeamte mit. Sie rechneten mit einer steigenden Zahl an Opfern. Ein Attentäter brachte am frühen Morgen nahe der Polizeiakademie im Zentrum der Stadt seinen mit Sprengstoff beladenen Kleinbus zur Detonation, wie es hieß.

Zu dem Anschlag bekannte sich zunächst niemand. Der örtliche Arm des Terrornetzwerks Al-Kaida hat in der Vergangenheit allerdings ähnliche Anschläge verübt.

Ein Augenzeuge sagte, der Bomber habe sich direkt neben den Polizeischülern in die Luft gejagt. Die Bombe sei zwischen ihnen explodiert und sie seien durch die Luft geflogen.

Am 31. Dezember hatte ein Selbstmordattentäter in der Stadt Ibb fast 50 schiitische Huthi-Rebellen getötet, die die Feier des Geburtstags des Propheten Mohammed vorbereitet hatten. Die Huthis hatten in den vergangenen Monaten weite Teile des Jemens unter ihre Kontrolle gebracht, darunter die Hauptstadt Sanaa. Das Vorgehen ist Teil eines Machtkampfs mit Präsident Abed Rabbo Hadi.

Im Jemen herrschen sunnitische Machthaber, die schiitische Minderheit sieht sich vernachlässigt. Die Huthi-Rebellen fordern die Unabhängigkeit ihrer Stammesgebiete im Norden. Seit Jahren kämpfen die Rebellen, die sich auch "Ansar Allah" (Partisanen Gottes) nennen, immer wieder gegen die Armee. Kritiker werfen den Rebellen vor, Stellvertreter des schiitischen Irans zu sein, der das Land dominieren wolle. Die Huthis bestreiten die Vorwürfe.