In seiner letzten Kundgebung vor der griechischen Parlamentswahl am Sonntag hat Syriza-Chef Alexis Tsipras ein hartes Ringen um einen Schuldenerlass angekündigt. Griechenland müsse sich auf schwere Zusammenstöße mit den Geldgebern einstellen, sagte Tsipras am Donnerstagabend vor Tausenden Anhängern in Athen. Mit einer Syriza-Regierung werde das Land seine erdrückende und untragbare Schuldenlast neu aushandeln.

Er habe nicht die Absicht, mit den Abgesandten der Gläubigertroika, bestehend aus EU-Kommission, Europäischer Zentralbank (EZB) und Internationalem Währungsfonds (IWF), gemeinsame Sache zu machen. Tsipras nahm dabei auch Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) ins Visier. Merkel sei für den Sparkurs, den Griechenland im Gegenzug für Notkredite einschlagen musste, verantwortlich. "Wir werden in keinem Fall die Vertreter von Frau Merkels Standpunkten akzeptieren", sagte er.

Bei der Veranstaltung auf dem zentralen Omonia-Platz in der griechischen Hauptstadt waren unter anderem der Chef der spanischen Linkspartei Podemos, Pablo Iglesias, und der Vorsitzende der deutschen Linkspartei, Bernd Riexinger, vertreten. Zu Iglesias hatte Tsipras zuletzt häufiger die Nähe gesucht.

Syriza liegt in Umfragen gut vier Prozentpunkte vor der noch regierenden Nea Dimokratia. Allerdings wird die linkspopulistische Partei vermutlich einen Koalitionspartner finden müssen, um eine Regierung bilden zu können.