Der UN-Sicherheitsrat hat den Tod von Zivilisten im Konflikt um die Ostukraine verurteilt. Die Mitglieder des Gremiums forderten unabhängige Ermittlungen zu dem Einschlag eines Geschosses in einen Bus in der Region Donezk, teilte ein Sprecher der Vereinten Nationen mit. Die Verantwortlichen müssten zur Rechenschaft gezogen werden. Bei dem mutmaßlichen Anschlag waren am Dienstag mindestens zwölf Menschen getötet worden. Die Gebietsverwaltung von Donezk machte die prorussischen Aufständischen für den Beschuss verantwortlich. Die Aufständischen wiesen die Vorwürfe zurück.

Der Vorfall hatte sich nach Angaben der ukrainischen Behörden an einem Militärkontrollpunkt in der Nähe der Stadt Wolnowacha in der Region Donezk ereignet. Die Separatisten hätten den Checkpoint in dem Moment beschossen, in dem der Passagierbus den Kontrollposten passierte. Im Bus hätten Zivilisten aus der Küstenstadt Mariupol gesessen. Die Rakete habe den Bus direkt getroffen, hieß es vonseiten der Polizei. Es seien bereits Ermittlungen eingeleitet worden.

Seit April sind bei dem Konflikt zwischen ukrainischen Regierungstruppen und prorussischen Separatisten mehr als 4.700 Menschen gestorben. In den vergangenen Tagen haben die Kämpfe in der Ostukraine wieder zugenommen – obwohl das Waffenstillstandsabkommen zwischen der Regierung in Kiew und den Separatisten seit September in Kraft ist und die Nato zuletzt von einer leichten Entspannung gesprochen hatte. Die geplanten Friedensverhandlungen wurden zunächst auf unbestimmte Zeit verschoben.