Bundesverteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) ist in der nordirakischen Stadt Erbil mit Kurden-Präsident Massud Barsani zusammengetroffen. Bei dem Gespräch soll es um die deutschen Waffenlieferungen für den Kampf gegen die Terrormiliz IS und die Entsendung von 100 deutschen Militärausbildern gegangen sein. Laut Spiegel Online haben die Kurden bereits offiziell um mehr Sturmgewehre sowie Munition für die bereits gelieferten deutschen Waffen angefragt. Das sei "einer der Gesprächspunkte", bestätigte ein Ministeriumssprecher.

In der  Kurdenmetropole Erbil weisen deutsche Truppen seit September kurdische Peschmerga-Kämpfer in die Nutzung von Deutschland gelieferter Waffen und anderer Militärgüter ein. Von der Leyen plant die eingesetzten Bundeswehrsoldaten zu treffen und zu prüfen, wie die Kurden im Norden weiter unterstützt werden können. 

Zur weiteren militärischen Ausbildung der Kurden ist in Kürze die Entsendung von bis zu 100 Bundeswehrsoldaten in den Nordirak geplant. Einem entsprechenden Beschluss des Bundeskabinetts vom Dezember soll der Bundestag noch im Januar zustimmen.

Westen und arabische Staaten im gemeinsamen Kampf

Zu Beginn ihres Irak-Besuchs traf die Ministerin in Bagdad den irakischen Präsidenten Fuad Masum, um sich auch mit ihm über das gemeinsame Vorgehen gegenüber dem IS zu beraten. Mit Blick auf die Anschläge in Paris sagte sie im Anschluss an das Treffen, es sei wichtig, "dass wir den Mythos der Unbesiegbarkeit des sogenannten Islamischen Staates brechen". Dadurch könne die Anziehungskraft der Dschihadisten für Kämpfer aus Europa geschwächt werden.

Bei ihrem Gespräch mit dem irakischen Präsidenten habe sich gezeigt, dass der Kampf gegen den "islamistischen Terror" vom Westen und den anderen arabischen Ländern gemeinsam geführt werden müsse. Masum habe gesagt, der Terror kenne keine Religion.

Die Dschihadistenmiliz IS hatte im vergangenen Jahr Teile des Nordiraks und des benachbarten Syriens besetzt. Eine US-geführte internationale Allianz aus westlichen und arabischen Staaten fliegt seit Monaten Luftangriffe auf deren Kämpfer. Deutschland beteiligt sich nicht an den Angriffen.