Die Generalstaatsanwaltschaft in Thailand plant, die gestürzte Ministerpräsidentin Yingluck Shinawatra wegen Korruption anzuklagen. Nach der Auswertung von Zeugenaussagen und Beweisen sei die Behörde zu der Überzeugung gelangt, dass eine Anklage angebracht sei. Damit drohen der ehemaligen Ministerpräsidentin bis zu zehn Jahre Haft. 

In der Klage soll es um die Rolle der früheren Regierungschefin bei einem Subventionsprogramm für Reisbauern gehen. Rund vier Milliarden US-Dollar (3,5 Milliarden Euro) sollen dabei beiseitegeschafft worden sein. Der Generaldirektor im Büro des Generalstaatsanwaltes sagte, dass Yingluck die Vernachlässigung ihrer Pflichten als Staatsangestellte vorgeworfen werde. 

Bei einer ersten Anhörung Anfang Januar vor dem von der Militärjunta ernannten Parlament hatte sie die Korruptionsvorwürfe im Zusammenhang mit ihrem Subventionsprogramm zurückgewiesen. 

Yingluck war im vergangenen Jahr nach monatelangen Demonstrationen mit einem Militärputsch abgesetzt worden. Die Anklage wird nun als Strategie der Junta gesehen, Yingluck, ihren Bruder und früheren Regierungschef Thaksin Shinawatra sowie dessen Apparat aus der thailändischen Politik zu entfernen. Nach dem Militärputsch im vergangenen Mai sitzen fast nur noch politische Gegner Yinglucks im Parlament.

Wenige Stunden nach der Bekanntgabe des Generalstaatsanwalts entschied das Parlament über Yinglucks politische Zukunft. Die Parlamentarier stimmten für ihre endgültige Amtsenthebung. Damit darf Yingluck fünf Jahre lang kein politisches Amt bekleiden.