Es gibt Bewegung in den langwierigen Atomverhandlungen mit dem Iran. Die USA und der Iran haben bei ihren Atomverhandlungen in Genf "gewisse Fortschritte" erzielt. Das sagte der iranische Außenministers Mohammed Dschawad Sarif nach einem Treffen mit seinem US-Kollegen John Kerry. Um welche Fortschritte es sich handelt, sagte Sarif nicht. Im Gespräch sei ein Zwei-Stufen-Plan, berichteten Unterhändler in Genf. Demnach soll das iranische Atomprogramm zunächst strikt begrenzt werden. In einer zweiten Phase könnten dann Auflagen gelockert werden.

Für die Verhandlungen seien weitere Gesprächsrunden nötig. Sie sollen auf Ebene der politischen Direktoren und Vize-Außenminister kommenden Montag fortgesetzt werden, wie ein US-Regierungsvertreter sagte. Dazu soll US-Außenminister Kerry womöglich schon nächste Woche nach Genf zurückkehren. Am Wochenende hatte Kerry in Genf zunächst von "bedeutenden Diskrepanzen" gesprochen und mangels Fortschritts mit dem Abbruch der Gespräche gedroht.

Die fünf UN-Vetomächte – USA, Russland, China, Großbritannien und Frankreich – sowie Deutschland verhandeln seit Monaten mit dem Iran über ein dauerhaftes Abkommen. Der Westen will sicherstellen, dass der Iran keine Atomwaffen entwickelt. Teheran bestreitet diese Absicht und fordert seinerseits einen verbindlichen Zeitplan für die Aufhebung lähmender Wirtschaftssanktionen, die im Land eine schwere Wirtschaftskrise ausgelöst haben. Das angestrebte Abkommen soll dem Iran die friedliche Nutzung der Atomtechnologie erlauben, zugleich aber sicherstellen, dass er nicht kurzfristig Atomwaffen entwickelt.

Die Urananreicherung ist seit Monaten zentraler Streitpunkt. Angereichertes Uran wird zur Energiegewinnung und für andere friedliche Zwecke benötigt, aber eben auch zum Bau von Atomwaffen. Nach Angaben mehrerer Unterhändler könnte ein Kompromiss darauf hinauslaufen, dass der Iran zunächst 6.500 Zentrifugen weiter betreiben darf, aber mit geringerer Kapazität als bisher.

Der Rahmen der Verhandlungen soll nun bis Ende März stehen, bis Juli sollen dann auch die Details mit sämtlichen technischen Einzelheiten ausgehandelt sein. Die Frist zum Abschluss eines dauerhaften Atomabkommens musste bereits zwei Mal verlängert werden. Beide Seiten betonen jedoch, die neue Frist einhalten zu wollen.