Griechenland hat die Reformpläne mit Absicht unbestimmt formuliert. Das sagte der griechische Finanzminister Yanis Varoufakis nur wenige Stunden vor der Abstimmung im Bundestag zu neuen Milliardenhilfen. Diese Entscheidung habe nicht Griechenland alleine getroffen, sondern sie sei in Abstimmung mit anderen EU-Ländern gefallen. Varoufakis nannte dieses Vorgehen "produktive Undeutlichkeit". Nur so habe es die Möglichkeit der notwendigen Zustimmung der Euroländer gegeben. 

Der Minister bestätigte in einem Fernsehinterview, er habe vor der Einigung mit den Euro-Partnern beim jüngsten Eurogruppen-Treffen in Brüssel ein wichtiges Gespräch geführt. "Ich sage Ihnen nicht, mit wem." Dabei sei ihm gesagt worden, dass das bisherige Ziel des griechischen Sparprogramms, einen primären Haushaltsüberschuss von 4,5 Prozent des Bruttoinlandproduktes zu erreichen, unrealistisch sei.

"Wenn wir da eine (kleinere) Zahl (in das Dokument) schreiben, kriegen wir es nicht durch (die Parlamente). Wollen wir nicht eine unklare Umschreibung benutzen?", hätten die Finanzminister der anderen Eurolandstaaten nach Angaben von Varoufakis vorgeschlagen. Dem habe er zugestimmt und so sei die Reformliste entstanden. 

Griechenland hatte am vergangenen Wochenende eine Liste mit Reformen vorgelegt, die als Grundlage für weitere Milliardenhilfen galten. Die Finanzminister der Euro-Länder hatten den Plänen zugestimmt. Der letzte Schritt sind nun Abstimmungen in einigen EU-Staaten, etwa in Deutschland.