Die radikale Palästinenserorganisation Hamas hat die Ermordung von 21 ägyptischen Christen durch den IS als "grauenvolles Verbrechen" bezeichnet. Die Enthauptung der Kopten habe das "Ansehen des Islam besudelt"  und gegen seine Prinzipien der Toleranz verstoßen, teilte die Hamas mit. In den Palästinensergebieten lebten Muslime und Christen seit Jahrhunderten zusammen, weil der Islam ihnen Frieden und Sicherheit garantiere. Der Islam befehle "nur diejenigen zu töten, die uns töten, uns angreifen oder gegen unsere Rechte verstoßen".

Die Hamas hatte in den vergangenen Monaten wiederholt Gewalttaten der Terrormiliz "Islamischer Staat" kritisiert. Palästinenserpräsident Mahmud Abbas von der gemäßigten Fatah-Bewegung rief in Reaktion auf die Enthauptungen eine dreitägige Trauer im Westjordanland aus und sprach Ägyptens Präsident Abdel Fattah al-Sissi sein Beileid aus.

Der IS hatte am Wochenende ein Video veröffentlicht, in dem 21 gefesselte Männer in orangefarbener Kleidung zu sehen sind, die von schwarzgekleideten IS-Kämpfern an einem Strand in der libyschen Provinz Tripolis entlanggeführt werden. Später wird die Enthauptung von mindestens zehn der Gefangenen gezeigt. Bei den Opfern handelt es sich dem libyschen IS-Ableger zufolge um im Januar entführte Kopten aus Ägypten.