US-Präsident Barack Obama hat der dänischen Regierung nach dem Anschlag von Kopenhagen die Solidarität der USA zugesichert. Wie das Weiße Haus mitteilte, telefonierte Obama mit Ministerpräsidentin Helle Thorning-Schmidt. In dem Gespräch bekundete er demnach sein Beileid angesichts der zwei Opfer und mehrerer Verletzter. Die beiden Politiker seien sich einig darin, gemeinsam Bedrohungen der Meinungsfreiheit und antisemitischer Gewalt begegnen zu müssen. Ein Attentäter hatte am Wochenende bei zwei Anschlägen in Kopenhagen einen Filmemacher und einen jüdischen Wachmann getötet. Polizisten erschossen den 22-jährigen Mann, als sie versuchten, ihn festzunehmen.

Am Montagabend nahmen an der Gedenkfeier für die Opfer in Kopenhagen etwa 40.000 Menschen teil. Ministerpräsidentin Helle Thorning-Schmidt rief die Dänen dazu auf, sich vom Terror nicht einschüchtern zu lassen. "Jetzt werden wir zusammenstehen und mit unserem Alltag weitermachen", sagte die Regierungschefin. "Wir bestehen auf unsere Freiheit. Wir passen aufeinander auf." Thorning-Schmidt erklärte: "Ein Angriff auf die Juden ist ein Angriff auf Dänemark – auf uns alle."

Der Vorsitzende der jüdischen Gemeinde in Kopenhagen, Dan Rosenberg Asmussen, rief Muslime und Juden zum Zusammenhalt auf. "Unsere gemeinsame Herausforderung ist der Extremismus", sagte er bei der Feier nahe des ersten Anschlagsortes.


Mutmaßliche Komplizen verhaftet

Die Polizei nahm indessen zwei mutmaßliche Komplizen des 22-Jährigen fest, die wegen Verdachts der Mithilfe in Untersuchungshaft kamen. Sie sollen dem Attentäter geholfen haben, wie die Polizei mitteilte. Medienberichten zufolge besorgten die Männer ihm Waffen, was die Polizei zunächst nicht bestätigte. Ein vom Täter verwendetes Gewehr wurde aus Armeebeständen entwendet. Die Waffe sei zusammen mit 43 weiteren Exemplaren vor sechs Jahren bei einem Raubüberfall auf eine Kaserne im Osten der Insel Seeland erbeutet worden, sagte die Staatsanwaltschaft.

Der in Dänemark geborene Attentäter war der Polizei wegen Gewaltdelikten und Verstößen gegen das Waffengesetz bekannt. Der arabischstämmige Mann wollte sich einem Medienbericht zufolge der Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) in Syrien anschließen.