Rund 17 Stunden haben die Staatschefs hinter verschlossenen Türen über Frieden in der Ostukraine verhandelt. Am Ende stand eine Einigung: Ab kommenden Sonntag um Mitternacht soll eine Waffenruhe in der umkämpften Region Donbass gelten. Die internationalen Reaktionen auf die Einigung fielen skeptisch aus.

Die USA reagierten abwartend auf den vereinbarten Friedensplan. Die US-Regierung bezeichnete die Übereinkunft als "möglicherweise bedeutsamen Schritt" hin zu einer friedlichen Lösung des Konflikts. Nun müssten alle Seiten ihren Verpflichtungen aber mit "unverzüglichen, konkreten Schritten" nachkommen. "Diese Waffenruhe muss umgesetzt und eingehalten werden", hieß es in einer schriftlichen Erklärung.

Die USA forderten Russland erneut auf, die Unterstützung für die prorussischen Separatisten einzustellen. Russische Einheiten müssten aus dem Kampfgebiet abgezogen werden. "Der wahre Test des heutigen Abkommens liegt in seiner vollen und unzweideutigen Umsetzung, darunter das dauerhafte Ende der Kampfhandlungen und die Wiederherstellung der ukrainischen Kontrolle über ihre Grenze mit Russland", hieß es in der Erklärung weiter.

Cameron warnt vor Appeasement

Auch der britische Premier David Cameron zeigte sich misstrauisch. "Wenn dies eine echte Waffenruhe ist, ist dies willkommen, doch was vor allem zählt, sind Taten", sagte Cameron im britischen Parlament. Er sagte weiter, dem russischen Präsidenten Wladimir Putin müsse klargemacht werden, dass die Sanktionen nicht gemildert würden, wenn er sein Verhalten nicht verändere. "Es ist wichtig auf unserem europäischen Kontinent, dass wir Aggressionen und Brutalität nicht mit Beschwichtigungspolitik belohnen."     

Der französische Staatschef François Hollande zeigte sich bei seiner Rückkehr aus Minsk in Brüssel ebenfalls zurückhaltend: "Es wird sehr wichtig für uns sein, den notwendigen Druck aufrechtzuerhalten, die notwendige Wachsamkeit, damit es Frieden in der Ukraine geben kann", sagte er. Dennoch zeigte sich Hollande vorsichtig optimistisch. "Ich glaube, wir sind auf einem guten Weg."    

Litauen zweifelt am Wert der Übereinkunft

Die litauische Präsidentin Dalia Grybauskaitė gab sich skeptischer, was den Wert der getroffenen Übereinkunft angeht. Sie erinnerte daran, dass "wir bereits die schlechte Erfahrung des Nicht-Umsetzens von Minsk eins hatten". Sie denke nicht, dass es vor März eine Diskussion über die Aufhebung von Sanktionen geben werde.

Österreich und Bulgarien hoffen, dass die Abmachungen eingehalten werden. "Es ist ein sehr positiver Schritt, dass wir ein Resultat in Minsk haben", sagte der österreichische Außenminister Sebastian Kurz nach Gesprächen mit seinem bulgarischen Amtskollegen Daniel Mitow. Bulgarien, Österreich sowie die gesamte EU würden verstärkt dafür arbeiten, dass Bedingungen für eine "freie, friedliche und unabhängige Entwicklung der Ukraine" geschaffen werden, sagte Mitow.