Irakische und kurdische Einheiten planen nach Angaben von US-Militärs im April oder Mai eine Offensive auf die Stadt Mossul, die seit Monaten vom "Islamischen Staat" (IS) beherrscht wird. An der Offensive sollten bis zu 25.000 Soldaten teilnehmen, sagte ein Sprecher des Oberkommandos CENTCOM in Tampa (Florida) der Nachrichtenagentur dpa. Die Kämpfer würden teilweise von US-Militärs trainiert und ausgebildet. Mossul ist die zweitgrößte Stadt des Iraks und wegen seiner Ölraffinerien von strategischer Bedeutung. In Bagdad wird schon seit Längerem über eine großangelegte Bodenoffensive auf Mossul spekuliert.

Die USA und die Türkei einigten sich im Kampf gegen den IS unterdessen darauf, gemäßigte syrische Rebellen auszubilden und mit Waffen auszurüsten. Das Abkommen sei am Donnerstag unterzeichnet worden, teilte der türkische Außenminister Mevlüt Çavuşoğlu mit. Die Rebellen sollen neben dem IS auch die syrische Regierung unter Präsident Baschar al-Assad bekämpfen. Die amerikanische Botschaft in Ankara bestätigte die Übereinkunft. Nach mehrmonatigen Verhandlungen sei der Pakt am Donnerstagabend von US-Botschafter John Bass und einem hohen Beamten des türkischen Außenministeriums unterschrieben worden. Nach türkischen Angaben kann die Umsetzung bereits im kommenden Monat beginnen.

Das US-Militär hat angekündigt, 400 Soldaten als Ausbilder in die Region zu schicken. Die entsprechenden Trainingslager sollen in den Nachbarstaaten entstehen. Auf diese Weise sollen drei Jahre lang etwa 5.000 Kämpfer pro Jahr ausgebildet werden. Die Türkei, Saudi-Arabien und Katar haben sich als Standorte für die Lager angeboten.

Die ambivalente Haltung der Türkei

Bereits seit Beginn des Bürgerkriegs in Syrien wollen die Vereinigten Staaten und die Türkei einen Sturz Assads. Der Türkei wird aber auch vorgeworfen, islamistische Truppen in Syrien gefördert zu haben, um eine Unabhängigkeit der syrischen Kurden zu verhindern. Das Land solle bisher nur unzureichend gegen die zahlreichen Dschihadisten vorgehen, die über ihr Staatsgebiet nach Syrien und in den Irak reisen. Die türkische Regierung weist die Vorwürfe zurück. Die Türkei gehört zwar dem von den USA angeführten Bündnis gegen den IS an, verweigert den USA aber das Recht, den großen Stützpunkt İncirlik als Basis für Luftangriffe gegen die Dschihadisten zu nutzen.

Die Kämpfe in Syrien gingen unterdessen weiter. Syrische Rebellen hatten nach Angaben der Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte am Mittwoch Gebiete nördlich der Stadt Aleppo zurückerobert. Am Dienstag hatten die Regierungstruppen einige Dörfer in der Umgebung der seit zweieinhalb Jahren erbittert umkämpften einstigen Wirtschaftsmetropole in Nordsyrien eingenommen, sie wurden nun teilweise zurückgedrängt. An beiden Tagen sollen mehr als 150 Menschen getötet worden sein.