Separatisten und Regierungseinheiten wollen in der Ostukraine erstmals nach dem zweiten Abkommen von Minsk Gefangene austauschen. "Heute wird es einen Austausch zwischen uns und der ukrainischen Seite geben", sagte die Separatistensprecherin Darja Morosowa. Viele Armeesoldaten seien nach Luhansk gebracht worden und Listen mit den Namen der Gefangenen an die ukrainische Regierung gesandt worden.

Ein russischer Lastwagenkonvoi mit Hilfsgütern soll unterdessen in Debalzewo eingetroffen sein. Die Separatisten hatten die Stadt vergangene Woche eingenommen. Dabei seien in der Zeit zwischen dem 18. Januar und 18. Februar 179 Soldaten getötet worden, teilte die ukrainische Regierung mit. 110 weitere seien gefangen genommen und 81 würden vermisst, schreibt Juri Birjukow, ein Berater des Präsidenten, auf seiner Facebook-Seite.

Tausende Ukrainer gedachten am Freitagabend den Opfern der Massenproteste auf dem Kiewer Maidan-Platz. Dort standen sich vor einem Jahr Sicherheitskräfte und Demonstranten gegenüber, etwa 100 Menschen kamen ums Leben. "Der Kampf für das Recht, in einem echten europäischen Land zu leben, begann auf dem Maidan und hält bis heute im Donbass an", sagte Präsident Petro Poroschenko.

Sein nach Russland geflüchteter Vorgänger Viktor Janukowitsch rief Poroschenko dazu auf, mit den Separatisten zu sprechen. Die ukrainische Regierung müsse den Separatisten eine großzügige Selbstverwaltung garantieren, sagte er dem Fernsehsender Rossija-1. Poroschenko warf er weiter vor, "Gesetzlosigkeit und Ungerechtigkeit" in dem Land verbreitet zu haben. "Der Westen wollte diesen Wechsel, nun soll er auch für die Folgen haften."