Der Weltsicherheitsrat hat das Abkommen von Minsk für einen Waffenstillstand im Ukraine-Konflikt einstimmig befürwortet. Das höchste UN-Gremium verabschiedete eine von Russland eingebrachte Resolution, die alle Konfliktparteien zur vollen Umsetzung der Vereinbarungen aufruft und die Unabhängigkeit der Ukraine betont. Die Unabhängigkeit der Ukraine wurde als Formulierung noch in den russischen Entwurf eingefügt.

Die USA und Großbritannien machten deutlich, dass sie Russland bei der Umsetzung in der Pflicht sehen. Russland hatte den Entwurf zwar eingebracht, gilt aber als treibende Kraft im Konflikt zwischen der Regierung in Kiew und den prorussischen Separatisten im Osten des Landes. Mittlerweile ist klar, dass die Waffenruhe nicht zustande kam – zuletzt eroberten die Separatisten den strategisch wichtigen Verkehrsknotenpunkt Debalzewe.   

Die amerikanische UN-Botschafterin Samantha Powers nannte die russische Initiative für eine Resolution "gelinde gesagt ironisch", Russland unterstütze schließlich einen umfassenden Angriff der Separatisten auf die Ukraine. Großbritanniens UN-Botschafter Mark Lyall Grant sagte, Russland trage volle Verantwortung bei der Umsetzung der Waffenruhe, was die "Bereitschaft zu weiteren Maßnahmen im Falle der Nicht-Einhaltung" einschließe. Gegen die am Sonntag in Kraft getretene Waffenruhe werde in "flagranter Weise" verstoßen.

Die Abstimmung sollte am Wochenende stattfinden, wurde jedoch vertagt. Einige Sicherheitsratsmitglieder bemängelten an dem russischen Entwurf, dass der Abschuss eines malaysischen Passagierflugzeugs über dem Separatistengebiet nicht erwähnt wurde. Bei dem Abschuss, der mehreren Analysen zufolge von einem russischen Raketentransporter aus erfolgt sein soll, starben 298 Menschen.

In dem überarbeiteten Papier wird nun die Sicherheitsresolution vom vergangenen Jahr dazu bekräftigt und eine unabhängige Untersuchung verlangt, mit der die Verantwortlichen identifiziert und zur Rechenschaft gezogen werden sollen.

Der Sicherheitsrat forderte ausdrücklich, die Kämpfe in Debalzewe zu beenden. Der ukrainische Präsident Petro Poroschenko hielt EU und Nato dazu an, die Separatisten wegen Verstoßes gegen den vereinbarten Waffenstillstand zu verurteilen.