Die USA haben Griechenland und die anderen Euroländer erneut zu einer Einigung im Schuldenstreit gedrängt. "Die Botschaft geht parallel an Deutschland und Griechenland und andere in Europa", sagte ein ranghoher Vertreter des Finanzministeriums in Washington. "Es ist wichtig für den Euro und die globale Wirtschaft, eine Einigung zu erreichen." Beide Seiten müssten bereit sein, Kompromisse einzugehen.

Die Finanzminister der Eurozone kommen am Freitag zum dritten Mal in zehn Tagen zusammen, um im Schuldenstreit eine Lösung zu finden. Athen hatte am Donnerstag einen schriftlichen Vorschlag für die Verlängerung der Finanzhilfen vorgelegt, will aber weiter eine Lockerung der Spar- und Reformauflagen. Während die EU-Kommission den Brief begrüßte, lehnte ihn Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) als unzureichend ab. Griechenlands derzeitiges Hilfsprogramm läuft Ende Februar aus. Ohne weitere Unterstützung droht dem Land in den kommenden Monaten der Staatsbankrott.

Die USA warnten vor einem Scheitern der Gespräche. Griechenland würde die wirtschaftlichen Folgen "unmittelbar" spüren, sagte der Vertreter des Finanzministeriums. Außerdem würde sich die Unsicherheit für Eurozone und auch für die Weltwirtschaft erhöhen.

Zuvor hatte die Bundesregierung Griechenland vorgeworfen, dass sie keine eindeutigen Zusagen zur Umsetzung von Reformen mache. Der Antrag Griechenlands vom Donnerstag sei ein "Trojanisches Pferd", heißt es in einem Papier zur Vorbereitung des Treffens der Euro-Finanzminister am Freitag. Ziel des Antrags sei es, eine Brückenfinanzierung zu erreichen und das aktuelle Hilfsprogramm zu stoppen. Der griechische Regierungschef Alexis Tsipras hatte sich über die harte Haltung Deutschlands beschwert.