Die Bewohner von Spaniens bevölkerungsreichster Region Andalusien wählen ein neues Parlament. Die Abstimmung gilt als ein wichtiger Test vor den landesweiten Kommunalwahlen im Mai und der spanischen Parlamentswahl im Herbst. Der konservativen Volkspartei (PP) des spanischen Ministerpräsidenten Mariano Rajoy droht nach Umfragen in der Region im Süden des Landes ein Debakel.

Die Sozialisten (PSOE), die bisher mit Susana Díaz die Regierungschefin in Sevilla stellen, konnten in ihrer Hochburg auf einen Wahlsieg hoffen. Andalusien ist – neben Asturien in Nordspanien – die einzige von 17 spanischen Regionen, die von der PSOE regiert wird.

Zwei relativ neue Parteien könnten den etablierten Parteien, den in Madrid regierenden Konservativen der Volkspartei und den Sozialisten, Stimmen abringen. Meinungsumfragen zufolge wird die linksgerichtete Podemos-Partei auf Platz drei kommen, während die Mitte-Formation Ciudadanos als viertstärkste politische Kraft Mandate in dem 109 Sitze zählenden Regionalparlament erringen könnte. 

Beide Parteien machen die etablierten Politiker für die Wirtschaftsmisere in Andalusien verantwortlich. Dort liegt die Arbeitslosenquote mit 34,2 Prozent weit über dem Landesdurchschnitt. Podemos hat Verbindungen zur griechischen Syriza, die seit ihrem Wahlsieg Ende Januar in Athen regiert. Knapp 6,5 Millionen Wahlberichtigte waren zur Abgabe ihrer Stimmen aufgerufen.