Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu hat sich bei den arabischen Bürgern seines Landes für abwertende Bemerkungen im Wahlkampf entschuldigt. Er wisse, dass seine Anmerkungen einige israelische Bürger und einige Mitglieder der israelisch-arabischen Gemeinde verletzt hätten, sagte Netanjahu. "Das war niemals meine Absicht. Ich entschuldige mich dafür."

Um rechte Wähler zu mobilisieren, hatte Netanjahu wenige Stunden vor Schließung der Wahllokale gewarnt, dass arabische Bürger unterstützt von linken Aktivisten "in Scharen" wählen gehen würden. "Die Herrschaft der Likud-Partei ist in Gefahr", schrieb er auf seiner Facebook-Seite. "Arabische Wähler gehen in Scharen in die Wahllokale, linksorientierte Organisationen bringen sie in Bussen dorthin." Nach diesen Bemerkungen wurde ihm insbesondere von der arabischen Minderheit Rassismus vorgeworfen. Kritik kam auch von den USA.

Nun spricht Netanjahu im Zusammenhang mit seinen Äußerungen von einem Missverständnis. Er habe nichts gegen das Wahlrecht der arabischen Staatsbürger, sagte Netanjahu dem US-Fernsehsender NBC. Er habe sich nur "gegen vom Ausland bezahlte Versuche gestellt, die das Ziel hatten, meine Partei zu stürzen". Natürlich wolle er Ministerpräsident aller Bürger Israels sein. Seine Regierung habe Milliarden Schekel in arabische Siedlungen investiert, um Schulen und Straßen zu verbessern.

Die konservative Likud-Partei von Netanjahu hatte vor etwa einer Woche überraschend die vorgezogene Parlamentswahl gewonnen. Die Regierungsmehrheit für die vierte Amtszeit ist ihm mittlerweile sicher.