Die Großoffensive sollte im April oder Mai starten, das irakische Militär dabei mit kurdischen Truppen zusammenarbeiten. Ein Mitarbeiter des Zentralkommandos des US-Militärs hat vor Journalisten pikante Details zur geplanten Rückeroberung der irakischen Stadt Mossul ausgeplaudert, die vom "Islamischen Staat" (IS) kontrolliert wird.

Das US-Verteidigungsministerium zeigte sich verärgert über die ungewöhnlich detailgenaue Information über eine noch nicht begonnene Militäroperation. Pentagon-Chef Ashton Carter sprach von einer "irrtümlichen Enthüllung von Militärgeheimnissen". Der Kommandeur des Zentralkommandos leitete eine interne Untersuchung ein. Man werde "angemessene Maßnahmen" ergreifen, sagte der Generalstabschef der US-Armee, Martin Dempsey.

Ein Vertreter des Zentralkommandos, das für Militäroperationen im Nahen Osten zuständig ist, hatte am 19. Februar Journalisten in einem telefonischen Hintergrundgespräch über den Schlachtplan zur Rückeroberung Mossuls eingeweiht. Dabei gab er auch Informationen zum Aufbau und Auftrag der irakischen und kurdischen Truppen preis.

Irak bittet um mehr Trainingszeit

"Das waren ganz klar keine akkuraten Informationen, und wenn sie akkurat gewesen wären, hätte man sie nicht vor der Presse ausplaudern dürfen", sagte Verteidigungsminister Carter. "Also war das in beiderlei Hinsicht falsch." Carter hatte zunächst gezögert, die detailreiche Informationspolitik im Fall Mossul zu geißeln. Er wartete zwei Wochen mit der Kritik.

Der IS hatte Mossul im vergangenen Juni eingenommen. Inzwischen scheint klar, dass die Großoffensive zur Rückeroberung doch nicht im Frühjahr beginnt: Die örtlichen irakischen Truppen haben sich mehr Trainingszeit erbeten.