Offenbar islamistische Hacker haben die persönlichen Daten von etwa hundert Angehörigen des amerikanischen Militärs veröffentlicht und zur Gewalt gegen die Betroffenen aufgerufen. Das berichten US-Medien. Die Personen hätten am Krieg gegen den "Islamischen Staat" (IS) mitgewirkt, schreibt die Gruppe, die sich als "Hacking Division" des IS beschreibt. Das Material beinhaltet neben Namen, Bildern und Informationen zu den Einheiten auch die Adressen der Betroffenen.

Die Gruppe ruft Sympathisanten des IS in den USA dazu auf, die Genannten zu ermorden. "Wir machen es euch einfach, indem wir euch die Adressen geben. Alles was ihr tun müsst, ist den finalen Schritt zu gehen", zitieren amerikanische Medien aus dem Material, das in einem sozialen Netzwerk gepostet wurde. Man habe die Informationen "von unterschiedlichen militärischen Servern und Datenbanken" zusammengetragen, damit sich "unsere Brüder in Amerika" um die Angelegenheit kümmern könnten, heißt es darin weiter.

Sicherheitsbehörden wiesen allerdings darauf hin, dass die Daten nicht aus einem Hack stammten. Eine Quelle im amerikanischen Verteidigungsministerium sagte der New York Times, dass der überwiegende Anteil der Informationen über frei zugängliche Onlinedienste, Suchmaschinen und soziale Netzwerke auffindbar sei.

So soll es sich bei den Betroffenen beispielsweise um Personen handeln, die etwa in Artikeln über den Einsatz gegen den "Islamischen Staat" erwähnt wurden. Andere Namen seien offenbar aus offiziellen Berichten des Verteidigungsministeriums entnommen worden. Außerdem beinhalte die Liste Namen von Personen, die überhaupt nicht an den Militäraktionen gegen den IS teilgenommen hätten.

Veröffentlichung dient der Propaganda

Neben einem Aufruf zur Gewalt ist die Veröffentlichung wohl vor allem Propaganda. Die Behauptung, geheime Informationen über Militärpersonal gehackt zu haben, die direkte Drohung gegen einzelne Militärangehörige und insbesondere die Drohung, über Sympathisanten den Krieg "in die Heimat der Ungläubigen" zu tragen – diese Elemente dürften bei der Veröffentlichung des in der Propaganda gewandten IS eine große Rolle spielen.   

Die USA fliegen seit Monaten Luftangriffe gegen den "Islamischen Staat" im Irak und in Syrien. Neben den USA und einigen europäischen Ländern beteiligen sich auch die Golfstaaten Saudi-Arabien, Bahrain und die Vereinigten Arabischen Emirate sowie Jordanien. Im Irak wurden auch iranische Kampfjets bei Angriffen auf IS-Stellung beobachtet. Logistische Unterstützung kam zusätzlich von Katar.