Die US-Regierung hat sich nach dem Wahlsieg von Israels Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu zurückhaltend gezeigt. Auch am Mittwochnachmittag gab es noch keine Reaktion des Weißen Hauses in Washington zu dem Ausgang der Parlamentswahlen. Das Außenamt verbreitete ebenfalls keine Mitteilung zu dem Thema.

Medienberichten zufolge wollte auch US-Außenminister John Kerry, der sich wegen der Atomgespräche mit dem Iran in der Schweiz aufhält, zunächst keinen Kommentar angeben. Das Verhältnis der amerikanischen Regierung zu Netanjahu ist sehr gespannt, unter anderem weil der Israeli auf Konfrontationskurs zu den Verhandlungen des Westens mit Teheran ist.

Auch die Bundesregierung äußerte sich zunächst verhalten: Sie erwartet auch von einer neuen israelischen Regierung Verhandlungen über eine Zweistaatenlösung im Konflikt mit den Palästinensern. Netanjahu hatte sich kurz vor der Wahl gegen einen eigenständigen Palästinenserstaat ausgesprochen. Die Bundesregierung habe den Wahlausgang in Israel zur Kenntnis genommen und werde nun den Prozess der Regierungsbildung "sehr aufmerksam verfolgen", sagte ein Sprecher des Auswärtigen Amts. Das gelte auch für Entscheidungen, die eine neue israelische Regierung im Hinblick auf den Nahost-Friedensprozess treffe.

EU verlangt Friedensbemühungen

Die EU-Außenbeauftragte Federica Mogherini rief Netanjahu zu Friedensbemühungen mit den Palästinensern auf. Der Konflikt habe schon viel zu viele Generationen um Frieden und Sicherheit gebracht, sagte sie. "Es ist an der Zeit, ein neues Kapitel aufzuschlagen." Als Voraussetzung für eine Lösung des Konflikts nannte Mogherini Führungsstärke.

Die Italienerin sicherte Netanjahu zu, dass die EU sich um eine gute Beziehung zur seiner neuen Regierung bemühen werde und bereit stehe, diese bei einer Wiederbelebung des Friedensprozesses zu unterstützen.