Die Vereinten Nationen (UN) und mehrere arabische Staaten bringen ihre Diplomaten aus dem umkämpften Jemen in Sicherheit. In Sanaa begannen die UN damit, über 100 Mitarbeiter auszufliegen. Sie sollten auf mehrere Länder der Region verteilt werden, sagte ein UN-Mitarbeiter.

Die saudiarabische Marine holte nach einem Bericht des staatlichen TV-Senders Al Echbarija Dutzende Diplomaten mehrerer Länder aus der südjemenitischen Hafenstadt Aden ab und brachte sie in die saudiarabische Hafenstadt Dschidda. Saudi-Arabien, die Vereinigten Arabischen Emirate und Kuwait hatten ihre Botschaften zunächst nach Aden verlegt, nachdem Huthi-Milizen Jemens Hauptstadt Sanaa unter ihre Kontrolle gebracht hatten. 

Im Jemen griffen Kampfflugzeuge auch in der Nacht Stellungen in der Hauptstadt Sanaa an. In einem Gebiet westlich der Stadt, in dem sich ein Stützpunkt der Nationalgarde befinde, seien Explosionen zu hören gewesen, berichteten Einwohner. Es gab zunächst keine Angaben darüber, ob die Flugzeuge zu der von Saudi-Arabien geführten Koalition gehörten, die zuletzt Stellungen der schiitischen Huthi-Milizen bombardiert hatten. Das Bündnis hatte nach Berichten von Einwohnern militärische Einrichtungen in der von den Huthis kontrollierten Hauptstadt attackiert, darunter ein Raketenlager.   

Al-Sissi beschuldigt den Iran

Die Arabische Liga berät derzeit in Scharm El-Scheich auf der ägyptischen Halbinsel Sinai über die Lage im Jemen. Zuvor hatten Al-Sissi und Saudi-Arabiens König Salman dengeflohenen jemenitischen Staatschef Abed Rabbo Mansur Hadi getroffen. 

Der Einsatz werde weitergeführt, "bis er sein Ziel erreicht, dass das jemenitische Volk wieder Sicherheit genießt", sagte der saudiarabische König Salman. Ägyptens Präsident Abdel Fattah Al-Sissi sagte, ein militärisches Eingreifen sei unausweichlich. Eine "ausländische Macht" habe sich im Jemen eingemischt, sagte er mit Blick auf Iran.

Jemen als Test für arabische Eingreiftruppe

Der jemenitische Präsident Abd Rabbo Mansur Hadi forderte eine Fortsetzung des Militäreinsatzes in seinem Land bis zur Kapitulation der Huthi-Rebellen. Die von Saudi-Arabien geführte Koalition bezeichnete er als Test für eine arabische Eingreiftruppe. Die Gründung einer multinationalen arabischen Eingreiftruppe ist neben dem Konflikt im Jemen eines der Hauptthemen des Gipfeltreffens der Arabischen Liga.

Saudi-Arabien fliegt seit Donnerstag mit Unterstützung anderer arabischer Staaten Luftangriffe auf die schiitische Huthi-Miliz im Jemen, die unter anderem die Hauptstadt Sanaa unter ihre Kontrolle gebracht hat und die zweitgrößte Stadt Aden im Süden des Landes zunehmend bedroht.

Die iranische Regierung betont zwar, dass sie den Huthis keine Waffen liefere, doch fürchten Beobachter, dass sich der Bürgerkrieg im Jemen zu einem Konflikt zwischen dem sunnitischen Saudi-Arabien und dem schiitischen Iran ausweitet.