Im Atomstreit mit dem Iran hat US-Präsident Barack Obama die Führung in Teheran und das iranische Volk dazu aufgerufen, die "historische Gelegenheit" zu einer Versöhnung zu ergreifen. Er sagte am Donnerstag in einer Videoansprache anlässlich des persischen Neujahrsfests Nouruz, die derzeit laufenden Atomverhandlungen seien seit Jahrzehnten die beste Möglichkeit, um eine bessere "Zukunft beider Länder" zu erreichen. Seine Äußerungen waren mit Untertiteln in Farsi versehen.

Ihm sei klar, dass es in der Debatte um das iranische Atomprogramm sowohl im Iran als auch in den USA und in anderen Ländern Menschen gebe, "die eine diplomatische Lösung ablehnen", sagte Obama. Die USA und der Iran müssten daher "gemeinsam" für die Zukunft eintreten, die sich beide Länder wünschten. Dazu seien die kommenden Tage und Wochen entscheidend. Die Verhandlungen hätten "Fortschritte" gemacht, noch gebe es aber Diskrepanzen, sagte Obama.

In Lausanne in der Schweiz verhandeln derzeit Vertreter der 5+1-Gruppe aus Deutschland und den fünf UN-Vetomächten mit dem Iran über ein Atomabkommen. Bis Ende des Monats – eigentlich aber bis zu Beginn des iranischen Neujahrs am 21. März – soll eine politische Grundsatzvereinbarung erzielt werden. Danach wird bis Anfang Juli ein vollständiges Abkommen samt der technischen Einzelheiten angestrebt.

Ziel ist es, dem Iran die zivile Nutzung der Atomtechnologie zu erlauben, ihm aber die Möglichkeit zu nehmen, Atomwaffen zu entwickeln. Im Gegenzug sollen die in dem Streit verhängten internationalen Sanktionen gegen Teheran aufgehoben werden.