Im Donbass, dem Kriegsgebiet in der Ostukraine melden Beobachter trotz einer vereinbarten Waffenruhe neue Explosionen und Gefechte. Die Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) berichtete ohne Schuldzuweisung über Dutzende Fälle von schwerem Beschuss. Obwohl die Konfliktparteien verabredet hatten, großkalibrige Waffen abzuziehen, werde in den Regionen Donezk und Luhansk noch immer schwerer Militärtechnik gesichtet. 

Wie ein AFP-Korrespondent berichtete, war nahe dem Flughafen in der ostukrainischen Rebellenhochburg Donezk seit 7 Uhr Artilleriefeuer zu hören. Seit Januar wird der zuvor heftig umkämpfte Flughafen von den prorussischen Rebellen kontrolliert. Die Separatisten warfen den Regierungstruppen vor, den Bahnhof von Donezk unter Feuer genommen zu haben. Ob es Tote oder Verletzte gab, war zunächst unklar. Die Konfliktparteien werfen sich immer wieder gegenseitig vor, die Waffenruhe zu brechen.

Die Umsetzung des am 12. Februar in der weißrussischen Hauptstadt Minsk verabredeten Friedensplans ist weiter unsicher. "Die Sicherheitslage im Donbass ist fließend und unberechenbar, und die Waffenruhe hält nicht überall", teilte die OSZE mit. 

Die Organisation führte mehrere Beispiele auf, in denen Aufständische oder das Militär Beobachter bei ihren Kontrollen behindert hätten. Zudem würden die Aufständischen nicht immer die Sicherheit für die Beobachter garantieren.

Lawrow: "Anfachung der Gewalt" verhindern

Russland forderte Deutschland und Frankreich unterdessen auf, die Regierung in Kiew davon abzuhalten, die Gewalt in der Ost-Ukraine anzufachen. "Provokateure in Kiew ... könnten versuchen, etwas zu entfachen in der Erwartung, dass dies die Weltöffentlichkeit beeinflusst und Waffen in die Ukraine gebracht werden", sagte Außenminister Sergej Lawrow am Samstag einem russischen Fernsehsender. "Ich bin überzeugt, dass Berlin und Paris als die wichtigsten Akteure ... so einen Lauf der Dinge verhindern sollten."

Lawrow geht es insbesondere darum, amerikanische Lieferungen tödlicher Waffen an die ukrainischen Streitkräfte zu verhindern. Die Regierung in Washington zieht das in Betracht, hat aber noch keine Entscheidung gefällt.

Deutschland und Frankreich hatten das im Februar in Minsk geschlossene Abkommen zwischen der ukrainischen Regierung und prorussischen Separatisten vermittelt. Der Westen wirft der Regierung in Moskau vor, die Separatisten militärisch zu unterstützen und hat deshalb eine Reihe von Sanktionen gegen Russland verhängt. Die russische Regierung weist die Vorwürfe zurück.