Die Taliban haben in der ostpakistanischen Stadt Lahore zwei Selbstmordanschläge auf Kirchen verübt. Dabei sind mindestens 14 Menschen getötet worden. Die Bomben explodierten mit wenigen Minuten Zeitverzögerung in einem christlich geprägten Vorort der Stadt. Ziele waren eine katholische und eine protestantische Kirche, die nicht weit voneinander entfernt liegen, wie die Polizei mitteilte. Die Bomben explodierten während der Gottesdienste. Als Wachleute die Taliban-Kämpfer am Eingang der Gotteshäuser stoppen wollten, hätten sie sich in die Luft gesprengt.

Außer den Attentätern seien elf Menschen ums Leben gekommen, darunter zwei Kinder. Nach Krankenhausangaben wurden mehr als 70 Menschen verletzt. Die Zahl der Opfer könnte den Rettungskräften zufolge noch steigen. Taliban-Sprecher Ahsanullah Ahsan kündigte nach dem Anschlag an, es werde "noch mehr solche Angriffe geben."  

Nach dem Doppelanschlag in dem verarmten Christen-Viertel Yohana Abad lynchte ein aufgebrachter Mob zwei Menschen, die beschuldigt wurden, den Attentätern geholfen zu haben. Die beiden Opfer seien bei lebendigem Leibe verbrannt worden, sagte ein Sprecher der Provinzregierung. "Das hätte nicht passieren dürfen."

In Yohana Abad leben rund eine Million Christen. Es ist die größte Ansiedlung der religiösen Minderheit in Pakistan. Christen und Angehörige anderer Minderheiten – besonders Schiiten – sind in Pakistan immer wieder Ziel von Angriffen extremistischer Sunniten-Gruppen wie der Taliban.

Pakistan ist wegen ständigen Terrors von Extremisten in Alarmstimmung, vor allem seit dem Angriff der Taliban auf eine Schule in Peshawar im Dezember. Damals waren 150 Menschen getötet worden, vor allem Schüler. Oft wird die muslimische Minderheit der Schiiten getroffen. Doch gab es schon 2013 in Peshawar auch einen Angriff auf eine Kirche, bei dem 85 Menschen getötet wurden.