"Dieses Treffen ist der Grundstein für die Errichtung einer neuen Welt, dessen Erbauung unsere Pflicht ist", sagte Fjodor Birukow von der kremltreuen Rodina-Partei (Vaterland). Da war der Konferenzraum im Holiday-Inn-Hotel in Sankt Petersburg schon voll und die Freude des Organisators groß. Birukow hatte zum "Internationalen Russischen Konservativen Forum" geladen. Und etwa 200 ultrarechte, nationalistische und rechtextreme Politiker aus sieben europäischen Staaten waren dem Ruf aus Russland gefolgt, auch wenn sie den Flug selbst zahlen mussten.

Der in Frankreich sehr erfolgreiche Front National distanzierte sich vom Zusammenschluss der Rechten in Russland (die Runde war dann wohl doch zu radikal), obwohl Marine le Pens Partei im vergangenen Jahr einen 9,7-Millionen-Dollar-Kredit durch die Hilfe des Kremls von einer Bank aus Moskau bekam. Die österreichische FPÖ hatte ursprünglich eine Teilnahme zugesagt, war dann aber doch nicht nach Russland gereist. Und auch Jobbik aus Ungarn und die deutschen Organisatoren der Pegida-Demos schlugen eine Einladung aus.

Doch das internationale Get-together war auch ohne diese Fraktionen aus Sicht von Birukow ein Erfolg. Er begrüßte in Sankt Petersburg unter anderem Vertreter der griechischen Partei Goldene Morgenröte, der British National Party, der deutschen NPD und zahlreiche Verfechter extrem konservativer und rechter Politik, die wegen des Krieges in der Ukraine auf den Sanktionslisten der EU oder der USA stehen. Für die deutsche Partei war vor allem Udo Voigt ein gefragter Mann, auch weil er wie zwei weitere Teilnehmer als Abgeordneter im Europäischen Parlament sitzt.

Hass gegen gleichgeschlechtliche Ehen, gegen den Islam, gegen die USA und gegen die EU – in der Ablehnung waren die meisten Teilnehmer geeint, genauso wie sie alle dem russischen Präsidenten huldigten, der zumindest im Grußwort zum Forum und auf mehreren Fotos zugegen war.

Was man davon halten soll? Urteilen Sie einfach selbst – die zehn kräftigsten Statements, die auf der Konferenz europäischer Rechter ausgetauscht wurden:

1. "Europa wird kollabieren oder zu einem Islamischen Kalifat – wenn Moskau nicht das dritte Römische Reich errichtet und die EU rettet."

(Nick Griffin, Ex-Vorsitzender der British National Party)

2. "Im Westen enden 80 Prozent aller Schwangerschaften in einer Abtreibung."

(Jim Dowson, Ex-Mitglied von Britain First aus Schottland)

3. "Das Europa der Vaterländer soll sich nicht um Probleme der Schwulen und Lesben kümmern."

(Udo Voigt, Mitglied des Europäischen Parlamentes für die NPD)

4. "Die meisten Freunde von Marine le Pen sind Freischärler, viele homosexuell."

(Ein Ex-Mitglied des Front National aus Frankreich)

5. "Boris Nemzow, Anna Politkowskaja, Boris Beresowski – ich weiß, wo sie jetzt leben. Sie leben in der Hölle."

(Kris Roman vom Think-Tank Euro-Rus)