Als Reaktion auf Kritik an der Menschenrechtslage in Saudi-Arabien will der Golfstaat künftig keine Visa mehr für schwedische Geschäftsleute ausstellen. Die Regierung in Riad habe die Regierung in Stockholm über diese Entscheidung informiert, sagte eine Sprecherin des schwedischen Außenministeriums am Donnerstag. "Dies ist natürlich keine gute Situation", sagte Regierungschef Stefan Löfven laut der schwedischen Nachrichtenagentur TT am Rande des EU-Gipfels in Brüssel.

Auslöser der diplomatischen Krise war die öffentliche Kritik der schwedischen Außenministerin Margot Wallström an der Menschenrechtslage in Saudi-Arabien. Sie hatte unter anderem die Einschränkung von Frauenrechten in dem Land angeprangert. Daraufhin erhielt Wallström bei einem Treffen der Arabischen Liga Anfang März Redeverbot. Sie warf der Regierung in Riad vor, dafür verantwortlich zu sein und bezeichnete die Blockade als "eine Schande".

Vergangene Woche beendete die schwedische Regierung einen langjährigen Rüstungsvertrag mit dem Golfstaat. Saudi-Arabien und die Vereinigten Arabischen Emirate beriefen ihre Botschafter aus Stockholm ab. Wallströms Äußerungen seien eine "eklatante Einmischung in die inneren Angelegenheiten", heißt es aus Saudi-Arabien. 

Die schwedische Regierung hielt am Donnerstag eine Krisensitzung mit Wirtschaftsführern zur Zukunft des Handels mit den Golfstaaten ab. Diese hatten bereits davor gewarnt, dass ein Ende der zehnjährigen Militärzusammenarbeit mit Saudi-Arabien weitreichende Konsequenzen haben könnte.