Spaniens Sozialisten (PSOE) haben die Regionalwahl in ihrer Hochburg Andalusien laut Prognosen knapp gewonnen. Allerdings war eine deutliche Mehrheit der größten Oppositionspartei erwartet worden. 

Der Prognose des TV-Senders Canal Sur zufolge gewann PSOE 41 bis 44 Prozent der insgesamt 109 Sitze im Parlament in Sevilla. Damit verfehlte die Partei von Andalusiens Regierungschefin Susana Díaz klar die absolute Mehrheit. Wenn die Prognose durch die Auszählung der Stimmen bestätigt wird, wäre dies das schlechteste Ergebnis der Sozialisten in Andalusien seit dem Ende der Franco-Diktatur in Spanien.

Die konservative Volkspartei (PP) von Ministerpräsident Mariano Rajoy erlitt bei der als Stimmungstest für die Parlamentswahl geltenden Abstimmung eine deutliche Niederlage. Die PP kam nach der Prognose auf 32 bis 35 Mandate und büßte damit etwa ein Drittel ihrer Sitze ein.

Korruptionsskandal erschüttert PSOE

Die erst vor einem Jahr gegründete Linkspartei Podemos (Wir können) stieg auf Anhieb zur drittstärksten Kraft in der bevölkerungsreichsten Region Spaniens auf, wo knapp 6,5 Millionen Wahlberechtigte zur Stimmabgabe aufgerufen waren. Das Bündnis kam nach Auszählung von 90 Prozent aller Stimmen auf 14,8 Prozent. Die neue Mitte-rechts-Partei Ciudadanos erhielt aus dem Stand neun Prozent.

Das vergleichsweise schlechte Abschneiden der PSOE lässt sich wohl mit einem Korruptionsskandal erklären, in den führende andalusische Parteimitglieder verwickelt sind. Die Justiz ermittelt unter anderem gegen die früheren regionalen Regierungschefs Manuel Chaves und José Antonio Griñán, Vorgänger der jetzigen Ministerpräsidentin.

Spanier mit Rajoys Sparpolitik unzufrieden

Die Regionalwahl ist der Auftakt einer Serie von Abstimmungen in Spanien. Im Mai stehen im ganzen Land Kommunalwahlen an. In den meisten Regionen werden dann auch neue Parlamente gewählt. Im Herbst sind dann Parlamentswahlen geplant.

Viele Spanier sind mit der Sparpolitik von Rajoys Regierung unzufrieden – unter anderem ein Grund für den rasanten Aufstieg von Podemos, die im vergangenen Jahr auf Anhieb ins Europaparlament eingezogen war. Ebenso wie die griechische Syriza lehnt Podemos die Spar- und Reformpolitik strikt ab, zu der sich die Regierungen im Gegenzug für Hilfen internationaler Kreditgeber verpflichtet hatten.