Eine Bestätigung des Auswärtigen Amtes gibt es bislang nicht, aber mehrere Quellen aus dem Kurdengebiet in Syrien melden den Tod einer Deutschen im Kampf gegen die Terrormiliz "Islamischer Staat". Die 19 Jahre alte Frau starb demnach am Wochenende in einem Kampf im Nordosten Syriens nahe Tal Tamr unweit der Stadt Al Hassaka. Laut der kurdischen Nachrichtenagentur ANF war Ivana H. afrikanischer Herkunft und Anhängerin der kommunistischen Partei MLKP aus der Türkei. Sie habe seit sechs Monaten in den Reihen der Kurden gegen den IS gekämpft. Auch die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte veröffentlichte eine Mitteilung über ihren Tod. Das Auswärtige Amt blieb dagegen zurückhaltend. "Ich kann auch zu den Details nichts sagen", sagte eine Sprecherin.

Ein am Sonntag auf YouTube hochgeladenes Video soll die Frau zeigen. Darin sagt sie, sie sei nach Nordsyrien gekommen, "weil man hier für die Menschlichkeit kämpft". ANF zitierte aus einer Mitteilung der Kommunistischen Partei, H. sei entschlossen gewesen, bis zur letzten Kugel zu kämpfen. Mehrere Niederlagen hätten sie bestärkt, an der Front gegen die blutigen Angriffe der IS-Miliz bei Tal Tamr zu kämpfen.

In der Region um Tal Tamr gibt es immer wieder Gefechte zwischen Kurden und dem IS, nachdem die Islamisten dort mehrere christliche Dörfer eingenommen haben. In den vergangenen zwei Wochen waren im Nordosten Syriens bei Kämpfen mit dem IS ein Brite und ein Australier in den Reihen der Kurden gestorben.

Dem Kampf kurdischer Einheiten gegen den IS in Syrien und im Irak haben sich viele Ausländer angeschlossen. Aufseiten des IS kämpfen Tausende Ausländer, vor allem aus anderen arabischen Ländern, aber auch aus Europa und Übersee. Laut der Syrischen Beobachtungsstelle ist die Frau der dritte Ausländer, der im Kampf gegen den "Islamischen Staat" ums Leben kam. Ivana H. sei zudem die erste in diesem Kampf getötete Frau.

Die IS-Terroristen kontrollieren je etwa ein Drittel des Iraks und Syriens. Die von den USA angeführte Militärkoalition hatte in der Nacht nahe der türkisch-syrischen Grenze vor der Stadt Tal Abjad in Syrien eine vom IS besetzte Ölraffinerie angegriffen. Nach Schätzungen der Beobachtungsstelle für Menschenrechte starben dabei etwa 30 Menschen. Aufnahmen der türkischen Nachrichtenagentur Dogan zeigten einen Feuerball, der die Raffinerie einhüllte.

Die IS-Terroristen finanzieren ihre Kämpfe mit Ölverkäufen auf dem Schwarzmarkt.